KÖLN. Die Polizei hat die Wohnung von Hanna Hansen durchsucht, Deutschlands bekanntester salafistischer Influencerin. Die 42jährige steht im Verdacht, auf einer Social-Media-Plattform ein Kennzeichen der Terrororganisation Hamas verbreitet zu haben.
Konkret geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln um ein rotes Dreieck. Der Vorwurf lautet auf Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Bei der Durchsuchung stellten die Ermittler Datenträger sicher, die nun ausgewertet werden. Hansen erreicht allein auf Instagram mehr als 220.000 Follower. Dort stellt sich als frühere Profiboxerin und Kickbox-Weltmeisterin dar. Bevor sie zur Ikone radikaler Moslems wurde, arbeitete sie auch als Model und DJ. (die JF berichtete).
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Hansen will als Influencerin weitermachen
Gegenüber „t-online“ bestätigte Hansen die Durchsuchung. Zu den konkreten Vorwürfen wollte sie sich wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. Zugleich kündigte sie an, ihre „öffentliche Arbeit“ fortzusetzen. „An meinen Überzeugungen und meiner Tätigkeit wird sich nichts ändern“, sagte sie dem Nachrichtenportal.
Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz widmet Hansen in seinem aktuellen Jahresbericht ein eigenes Kapitel. Darin wird sie als Ausnahmeerscheinung in der sonst stark männlich geprägten salafistischen Szene beschrieben.
Für die Sicherheitsbehörden ist vor allem ihre Reichweite bedeutsam. Hansen verbindet religiöse Botschaften mit der Bildsprache sozialer Netzwerke und erreicht damit ein Publikum, das klassische salafistische Prediger oft nicht ansprechen. (rr)






