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Heidelberg: Nach Farbanschlag auf Schwangerenberatung beklagt Verein Stigmatisierung

Heidelberg: Nach Farbanschlag auf Schwangerenberatung beklagt Verein Stigmatisierung

Heidelberg: Nach Farbanschlag auf Schwangerenberatung beklagt Verein Stigmatisierung

Schwarze und violette Farbspritzer sowie der Schriftzug „Nieder mit dem Patriarchat“ auf einer Sandsteinfassade neben einer Klingelanlage. Aufnahme der beschädigten Außenwand der Pro-Femina-Beratungsstelle für Schwangere in Heidelberg nach einem Farbanschlag. „Nieder mit dem Patriarchat“ an der Fassade: Unbekannte beschmierten die Pro-Femina-Beratungsstelle in Heidelberg mit Farbe. Foto: 1000plus-Profemina
Schwarze und violette Farbspritzer sowie der Schriftzug „Nieder mit dem Patriarchat“ auf einer Sandsteinfassade neben einer Klingelanlage. Aufnahme der beschädigten Außenwand der Pro-Femina-Beratungsstelle für Schwangere in Heidelberg nach einem Farbanschlag. „Nieder mit dem Patriarchat“ an der Fassade: Unbekannte beschmierten die Pro-Femina-Beratungsstelle in Heidelberg mit Farbe. Foto: 1000plus-Profemina
„Nieder mit dem Patriarchat“ an der Fassade: Unbekannte beschmierten die Pro-Femina-Beratungsstelle in Heidelberg mit Farbe. Foto: 1000plus-Profemina
Heidelberg
 

Nach Farbanschlag auf Schwangerenberatung beklagt Verein Stigmatisierung

„Nieder mit dem Patriarchat“ sprühen Unbekannte an eine Schwangerenberatungsstelle von Pro Femina in Heidelberg und bewerfen das Gebäude mit Farbe. Der Verein spricht von einem Schaden im fünfstelligen Bereich.
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HEIDELBERG. Mutmaßliche Linksextremisten haben eine Beratungsstelle für Schwangere des Vereins Pro Femina in Heidelberg mit Farbe attackiert. Fassade und Briefkasten des Gebäudes wurden in der Nacht zum 6. März beschmiert, wodurch ein Sachschaden im fünfstelligen Bereich entstand. An der Hauswand brachten die Täter zudem den Schriftzug „Nieder mit dem Patriarchat“ an.

Der Angriff ereignete sich etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht und wurde am Morgen gegen 10 Uhr angezeigt. Die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg ermittelt gegen unbekannte Täter wegen Sachbeschädigung, teilte die Polizei der JUNGEN FREIHEIT mit. Hinweise auf Täter oder eine politische Motivation liegen den Ermittlern bislang nicht vor.

Nach Angaben des Trägervereins 1000plus-Profemina wurde außerdem ein Schreiben in Briefkästen der Nachbarschaft verteilt, in dem sich mutmaßliche Täter zu der Tat bekannten. Darin heißt es unter anderem, die „Selbstbestimmung über den eigenen Körper“ dürfe nicht durch „religiöse, manipulierende Gruppen“ verhindert werden. Zugleich erklärten die Verfasser, sie wollten „in Solidarität mit unseren Genossinnen in Berlin und München“ auf die Arbeit von Pro Femina sowie der Organisationen Birke und 1000plus aufmerksam machen.

Der Geschäftsführer des Trägervereins, Kristijan Aufiero, sagte der JF, die genaue Schadenshöhe lasse sich derzeit noch nicht beziffern. Aufgrund des Ausmaßes des Angriffs rechne man jedoch mit mindestens 25.000 Euro. Seit 2019 seien durch wiederholte Farbattacken auf Einrichtungen des Vereins Schäden von insgesamt rund 100.000 Euro entstanden.

Beratungsstelle bittet um Unterstützung

Nach Angaben Aufieros, der auch Autor der JF ist, kommt es besonders in Heidelberg regelmäßig zu solchen Vorfällen. „Im Halbjahrestakt“ werde zumindest der Briefkasten der Beratungsstelle mit Farbe beschmiert. Insgesamt habe es dort „mindestens fünf“ größere Angriffe gegeben. Darüber hinaus seien eine Attacke in Berlin sowie drei in München dokumentiert. Die Ermittlungen dazu seien bislang „immer und überall ergebnislos“ verlaufen.

Auch der Polizei ist ein früherer Vorfall gegen die Einrichtung bekannt. Dieser habe sich vor etwa einem Jahr ereignet. Die damalige Anzeige sei gegen Unbekannt an die Staatsanwaltschaft Heidelberg übermittelt worden. Ob ein Zusammenhang mit dem aktuellen Angriff besteht, ist nach Angaben der Ermittler Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Besonders belastend sei für die Mitarbeiter jedoch nicht der Sachschaden. „Viel mehr als das Geld schmerzt mich die Stigmatisierung der Mitarbeiter“, sagte Aufiero der JF. In der Beratungsstelle arbeiteten „zu 90 Prozent Frauen“, die täglich mit Schwangeren in Konfliktsituationen zu tun hätten. Es sei für sie schwer, wenn Nachbarn nach solchen Angriffen den Eindruck bekämen, es müsse „schon einen Grund haben“, warum die Einrichtung immer wieder Ziel solcher Taten werde. Die Beratungsstelle bittet nun um Spenden. (sv)

„Nieder mit dem Patriarchat“ an der Fassade: Unbekannte beschmierten die Pro-Femina-Beratungsstelle in Heidelberg mit Farbe. Foto: 1000plus-Profemina
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