SALZWEDEL/BERLIN. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat mit einer Äußerung bei einem Bürgerdialog im sachsen-anhaltinischen Salzwedel für Irritation gesorgt. Dort hatte sich eine Frau zu Wort gemeldet und dem Kanzler gesagt, dass sie Hautkrebs im höchsten Stadium habe. „Ich habe Ihnen eine Einladung zu meiner Beerdigung zukommen lassen“, sagte sie zu Merz. Sie habe massive finanzielle Schwierigkeiten, sich ihre Bestattung leisten zu können.
Sie habe kein Verständnis dafür, dass die Bundesregierung Einsparung im Gesundheitssystem vornehme, zugleich aber versucht habe, die eigenen Gehälter zu erhöhen. „Warum wird bei uns gespart, aber nicht bei der Politik“, wollte die Frau von Merz wissen.
Seniorin hatte recht mit ihrer Aussage
Dieser reagierte schroff. „Zu keinem Zeitpunkt“, wie der Kanzler mehrfach wiederholt, sei „von irgendjemandem erwogen worden, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben. Zu keinem Zeitpunkt. Auch von mir nicht“. Alle gegenteiligen Aussagen seien falsche Behauptungen. An die Fragestellerin gerichtet betonte er: „Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen.“
Tatsächlich lag die Fragestellerin mit ihrer Behauptung richtig. Vor etwa zwei Wochen berichtete die Bild-Zeitung über einen Gesetzesentwurf der Bundesregierung, Staatssekretären die Gehälter um knapp 40.000 Euro zu erhöhen. Weil daran auch das Gehalt des Bundeskanzlers gekoppelt ist, wäre auch das Gehalt von Merz gestiegen – um etwa 65.000 Euro pro Jahr. Nachdem die Pläne öffentliche Empörung ausgelöst hatten, distanzierte sich die Regierung von dem Vorhaben. (st)






