NEUMÜNSTER. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hat seine Kritik am Nachrichtenportal Nius und Forderungen nach einer stärkeren Regulierung sozialer Medien, die er bei Markus Lanz gefordert hatte, bekräftigt. „Alles, was ich in der Sendung gesagt habe, hat sich aus meiner Sicht in den vergangenen anderthalb Wochen eins zu eins bestätigt“, sagte er bei einer Veranstaltung seiner Partei in Neumünster am Montagabend. „Die Medien sind nicht heilig.“ Die Demokratie müsse demnach auch aushalten, wenn man über die „Frage von Qualitätsstandards in unserer Gesellschaft“ an dieser Stelle spreche.
Dabei mißbilligte er auch die Kritik der Bild-Chefredakteurin Marion Horn an seinen Aussagen. In einem Kommentar hatte sie dem Christdemokraten unter anderem vorgeworfen, mit seinen Äußerungen die Demokratie zu gefährden. „Wenn man so wie sie allen Ernstes schreibt, daß sie findet, daß ich als achteinhalb Jahre tätiger Ministerpräsident eine größere Gefahr für die Demokratie darstelle als die AfD, dann muß sie sich mal hinterfragen, ob ihr Koordinatensystem verrutscht ist.“ Günther betonte mit Blick auf das Fehlen der Partei im Landtag, Schleswig-Holstein sei das einzige Bundesland mit einem „extremistenfreien“ Parlament.
Ministerpräsident Günther übte auch scharfe Kritik an der Chefredakteurin der „Bild“-Zeitung wegen eines Kommentars. Die müsse sich fragen, ob ihr „Koordinatensystem verrutscht“ sei. @FOCUS_Magazin pic.twitter.com/LvxRpMXGVJ
— Alisha Mendgen (@AlishaMendgen) January 19, 2026
Günther bezeichnete Nius als „Feinde der Demokratie“
Vor rund anderthalb Wochen hatte Günther in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ Nius und „solchen Portalen“ vorgeworfen, mit der Berichterstattung über die gescheiterte Richterwahl von Frauke Brosius-Gersdorf eigene politische Ziele zu verfolgen (siehe JF-Transkript). Das Portal von Julian Reichelt bezeichnete er als „Feinde der Demokratie“, welches zudem „vollkommen faktenfrei“ über seine Tätigkeit schreibe. „Wenn wir uns nicht zusammenreißen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, auch uns mit denen zusammenschließen, um uns gegen solche Exzesse auch zu wehren, dann werden wir unsere Demokratie in Deutschland in den nächsten zehn Jahren nicht wieder erkennen“, mahnte er.
Die Frage des Moderators, ob man Medien „notfalls zensieren“ und im „Extremfall“ verbieten möchte, bejahte er zunächst. Kurz danach sagte er, es gehe um das Verbot sozialer Medien für Jugendliche unter 16 Jahren. Später relativierte er seine Aussagen und betonte, Meinungs- und Pressefreiheit seien „ein hohes Gut“. Zugleich gingen mit diesen Freiheiten „selbstverständlich auch besondere Verantwortung und Sorgfaltspflichten der Medien“ einher. (kuk)






