HAGEN. Das Landgericht Hagen hat den Haupttäter im Fall des getöteten 16-jährigen Filipp S. zu einem Jahr Haft auf Bewährung und 80 Sozialstunden verurteilt. Der damals gleichaltrige Italiener hatte 2024 laut Gericht den entscheidenden Schlag ausgeführt, der zur Hirnblutung und zwei Wochen später zum Tod des Jugendlichen führte.
Der 32jährige Bruder des Opfers, Wilhelm S., sagte der JUNGEN FREIHEIT: „Ich war als Nebenkläger bei dem Prozess dabei und bin nach dem Urteil richtig enttäuscht.“ Ein Menschenleben zähle nicht mehr viel in Deutschland: „Ich halte das Urteil auf keinen Fall für richtig.“ Trotzdem werde er nicht in Berufung gehen: „Da haben wir keine bessere Chance.“
Filipps Bruder: „So sind die Gesetze in Deutschland.“
Sein Anwalt habe ihm gesagt: „Dann werden aus den 80 Sozialstunden vielleicht 120, und das lohnt sich nicht.“ An der geringen Freiheitsstrafe werde sich indes nichts ändern: „So sind die Gesetze in Deutschland.“
Der Angeklagte wurde nach Jugendstrafrecht wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Er war mit anderen – darunter laut Wilhelm S. „Araber, Türken und Deutsche“ – auf seinen Bruder losgegangen, nachdem der in einer Skater-Anlage in Meinerzhagen im Sauerland einen Streit schlichten wollte. Der Fall hatte im Januar 2024 deutschlandweit für Entsetzen gesorgt.

Den Mittätern werde, so berichtete es Filipps Bruder der JF, demnächst in Lüdenscheid der Prozess gemacht. Mit höheren Strafen ist nach dem ersten Urteil nicht zu rechnen. (fh)






