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Urteil im Fall Abdirahman Jibril A.: Messerattacke von Würzburg: Somalier ist schuldunfähig

Urteil im Fall Abdirahman Jibril A.: Messerattacke von Würzburg: Somalier ist schuldunfähig

Urteil im Fall Abdirahman Jibril A.: Messerattacke von Würzburg: Somalier ist schuldunfähig

Kerzen und Blumen in der Nähe des Tatorts gedenken den Opfern von Würzburg. Der Attentäter Abdirahman Jibril A. hatte im Juni 2021 drei Frauen erstochen Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Kerzen und Blumen in der Nähe des Tatorts gedenken den Opfern von Würzburg. Der Attentäter Abdirahman Jibril A. hatte im Juni 2021 drei Frauen erstochen Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Kerzen und Blumen in der Nähe des Tatorts gedenken der Opfern von Würzburg: Der somalische Attentäter erstach im Juni 2021 drei Frauen Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
Urteil im Fall Abdirahman Jibril A.
 

Messerattacke von Würzburg: Somalier ist schuldunfähig

ESTENFELD. Das Landgericht Würzburg hat den Somalier, der im Juni 2021 drei Frauen in der bayerischen Stadt erstochen hatte, für schuldunfähig befunden und in psychiatrische Behandlung verwiesen. „Wer ohne individuelle Schuld handelt, darf nicht bestraft werden“, hieß es laut der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag bei der Urteilsverkündung . „Er war nicht in der Lage, das Unrecht seiner Taten einzusehen.“

Der Migrant Abdirahman Jibril A. wurde durch zwei unabhängig voneinander erstellte Gutachten als paranoid-schizophren diagnostiziert. Er habe Psychosen, halluziniere und höre Stimmen, die ihm am Tattag die Messerattacke befohlen haben sollen. Das Gericht wertete diese als dreifachen Mord, versuchten Mord in fünf Fällen und versuchten Totschlag in fünf Fällen.

Der Einwanderer, der im Mai 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen war und angegeben hatte 18 Jahre alt zu sein,war am Ende Juni vergangenen Jahres in der Würzburger Innenstadt mit einem Küchenmesser auf Passanten losgegangen. Dabei hatte er drei Frauen getötet und neun weitere Personen schwer verletzt.

Attentäter von Würzburg war polizeibekannt

Kurz nach der Tat war es zu vielen Spekulationen über das Motiv gekommen. Während der Tat rief der Somalier laut Augenzeugenberichten „Allahu Akbar“ („Allah ist groß“). Nach seiner Festnahme sagte er aus, seinen Dschihad verwirklicht zu haben, wie aus einem internen Behördenvermerk hervorging.

Der Attentäter von Würzburg war bereits seit Jahren psychisch auffällig. Nach Recherchen des Spiegels traf A. nach seinem Umzug von Chemnitz nach Würzburg im September 2019 auf einen kirchlichen Migrationsberater. Diesem soll der Somalier gesagt haben, er werde vom Geheimdienst verfolgt.

Zwei Wochen vor dem Anschlag stellte sich der Migrant mitten in den Straßenverkehr, zwang dadurch einen Autofahrer zum Anhalten und stieg in den Wagen. Diesen Vorfall nahm die Betreuungsstelle der Stadt Würzburg zum Anlaß, den späteren Mörder psychiatrisch untersuchen zu lassen. Zwei Tage später beging der Somalier in der Innenstadt die Gewalttat.

Messer-Mörder fand es im Osten „zu gefährlich“

Der spätere Attentäter war bereits kurz nach seiner Ankunft in Deutschland in Konflikt mit dem Gesetz geraten: Nach TAG24-Informationen kam es in einer Chemnitzer Asyleinrichtung zwischen ihm und weiteren Bewohnern zu einem gewalttätigen Streit um einen Kühlschrank.

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Im Kontext der angeblichen Chemnitzer Hetzjagden Anfang September 2018 will Jibril A. selbst zum Opfer geworden sein: Vier Vermummte sollen ihn und seinen Mitbewohner durch die Straßen gejagt haben. Später stellte sich heraus, daß es keine Hetzjagden gegeben hatte. „Ich bin ganz schnell gerannt, deshalb haben sie mir nichts getan“, sagte der Einwanderer damals einer Reporterin der Berliner Morgenpost. Zudem berichtete er davon, sich nur noch in Begleitung rauszutrauen: „Oft muß ich überlegen: Gehe ich zur Arbeit oder bleibe ich zu Hause?“ Im Osten sei es zu gefährlich für ihn, sagte er damals. (st)

Kerzen und Blumen in der Nähe des Tatorts gedenken der Opfern von Würzburg: Der somalische Attentäter erstach im Juni 2021 drei Frauen Foto: picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand
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