Die Bremer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen Pastor Olaf Latzel wegen Volksverhetzung erhoben (Archivbild) Foto: (c) dpa
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Bremen

Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Pastor nach Homo-Kritik

BREMEN. Die Staatsanwaltschaft Bremen hat Anklage gegen den evangelischen Geistlichen Olaf Latzel wegen Volksverhetzung erhoben. Er habe „Homosexuelle generalisierend als Verbrecher und die Homosexualität als Degenerationsform der Gesellschaft“ sowie „Menschen, die in Bezug auf ihre Geschlechtsidentität von der angeblichen Norm abweichen, als ‘Genderdreck’ und als ‘Angriff auf die göttliche Schöpfungsordnung’“ bezeichnet, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Latzel soll das während eines sogenannten Eheseminars im vergangenen Oktober in der St. Martini Gemeinde in Bremen gesagt haben. Er habe die Äußerungen auch auf YouTube verbreitet. Die Aussagen des Pastors sind laut Sprecher der Staatsanwalt geeignet, „den öffentlichen Frieden zu stören“.

Latzel entschuldigt sich für „Verbrecher“-Aussage

Ende April hatte Latzel laut dem Nachrichtenportal „buten un binnen“ darauf Wert gelegt, nicht alle homosexuell lebende Menschen als Verbrecher bezeichnet zu haben. Er habe „militante Aggressoren, die uns als Gemeinde in den letzten Jahren immer wieder angegriffen und gotteslästerlich diffamiert haben“ gemeint. Während eines Gottesdienstes entschuldigte der Pastor sich und betonte, er halte Homosexuelle nicht generell für Verbrecher.

Bereits 2015 war gegen Latzel wegen Volksverhetzung ermittelt worden. Damals hatte er sich gegen die Teilnahme von Christen an islamischen Festen ausgesprochen und den „Reliquiendreck und -kult“ der katholischen Kirche attackiert. (ag)

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