Lange Gewänder und Allahu-Akbar-Rufe

Polizeieinsatz gegen Moslems: Mazyek fordert Entschuldigung

KÖLN. Nach einem Polizeieinsatz gegen moslemisch aussehende Männer im Kölner Hauptbahnhof hat der Zentralrat der Muslime eine Entschuldigung der Polizei gefordert. Der Verein bezeichnete den Einsatz als „massiven Angriff der Kölner Polizei auf Muslime“. Er sei ein Beleg dafür, daß „‘rassistisches Profiling’ ein ernstzunehmendes Thema bleibt und erneut auf die Tagesordnung gehört“.

Zehn Männer hatten am Dienstag vormittag durch Allahu-Akbar-Rufe am Kölner Hauptbahnhof Passanten aufgeschreckt und für einen Großeinsatz gesorgt. Die Männer waren laut Polizei im Laufschritt in den Bahnhof gerannt. Zeugen sprachen von mehreren Männern in „langen Gewändern und mit Westen“.

Später teilte die Polizei mit: „Nach den Befragungen und dem derzeitigem Ermittlungsstand besteht gegen die zehn Männer in Bezug auf das beschriebene Verhalten kein strafrechtlicher Vorwurf.“ Die Personen hätten angegeben, das Zuckerfest zum Ende des Ramadans feiern zu wollen, weshalb sie lange Gewänder getragen hätten.

Zentralrat bietet Schulungen für Polizisten an

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, forderte die Polizei auf, ihre Mitarbeiter besser zu schulen. „Wir verurteilen das Vorgehen der Kölner Polizei und erwarten, daß Polizisten kulturell besser geschult und sensibilisiert werden und nicht in großer Aufgeregtheit auf einen wie auch immer intendierten Hinweis aus der Bevölkerung über ein angeblich ‘verdächtiges’ Verhalten von Menschen anderen Aussehens reagieren.“ Er hoffe, daß sich die Behörde bei den Betroffenen entschludige.

Er biete der Polizei an, „mit den Kulturmittlern des Zentralrats der Muslime in Deutschland entsprechende Fortbildungen für Polizisten zu veranstalten“. (ls)

Aiman Mazyek: Bietet Schulungen für Polizisten an Foto: picture alliance / AA

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