Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab Foto: picture alliance/Daniel Karmann/dpa
Österreich

Anschlag auf ICE: Mutmaßlicher IS-Terrorist in Wien festgenommen

WIEN. Die österreichische Spezialeinheit Cobra hat in Wien einen mutmaßlichen moslemischen Terroristen festgenommen, der für Anschläge auf ICE-Züge in Deutschland verantwortlich gemacht wird. Der tatverdächtige anerkannte Flüchtling aus dem Irak lebt einem Bericht der Kronen-Zeitung zufolge seit etwa zwei Jahrzehnten in Österreich.

Ihm wird vorgeworfen, Anfang Oktober 2018 ein dickes Drahtseil mit einem Spanngurt und mehreren Metallschnallen auf einer Höhe von vier bis fünf Metern über die Bahngleise auf der Schnellstrecke zwischen Nürnberg und München gespannt zu haben. An einem durchfahrenden ICE entstand Sachschaden.

Kurzzeitig Rechtsextremisten im Visier

Unweit des Tatorts fanden Ermittler damals eine Flagge der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) und ein Bekennerschreiben in arabischer Schrift. An dessen Authentizität äußerten die Ermittler aber bald Zweifel und wollten auch einen rechtsextremen Hintergrund nicht ausschließen.

Auch ein weiterer Anschlag mit Beton- und Gehwegplatten auf Bahngleise in Dortmund werden dem mutmaßlichen Islamisten zur Last gelegt. Der verheiratete Iraker, der Vater von fünf Kindern ist, könnte demnach Mitglied einer mehrköpfigen Terrorzelle sein. Er war zuletzt Mitarbeiter bei einer Sicherheitsfirma. 15 Jahre lang soll er in der Armee seines Heimatlandes gedient haben.

Auf seinem Facebook-Profil verherrlichte er laut dem Bericht radikal-islamische Prediger und forderte nach dem Attentat von Christchurch die Moslems auf, zu den Waffen zu greifen. Dort findet sich aber auch Widersprüchliches: Unter anderem gab er sich als glühender Anhänger des hingerichteten säkularen irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein zu erkennen, den er den „Präsidenten der Märtyrer“ nannte. (tb)

Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab Foto: picture alliance/Daniel Karmann/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

aktuelles