„Wir sind kein Freiwild! Nirgendwo!“

Frauenmarsch: Hunderte demonstrieren für mehr Sicherheit

BERLIN. In Berlin haben am Sonnabend 600 bis 800 Menschen beim zweiten „Frauenmarsch“ gegen die wachsende Gewalt gegen Frauen und für die „Wiederherstellung von Schutz und Sicherheit in Deutschland“ demonstriert. Die Demonstration, die von AfD-Mitglied Leyla Bilge angemeldet wurde, setzte sich bei über 30 Grad kurz nach 15 Uhr unter dem Motto „Wir sind kein Freiwild! Nirgendwo!“ am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg in Bewegung und führte durch das Brandenburger Tor zum Kanzleramt.

An dem Protest nahm unter anderem auch die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld teil. Auf einem Transparent war „Die Freiheit der Frau ist nicht verhandelbar“ zu lesen. Die Polizei sicherte die Strecke mit 1.400 Beamten. Einige hundert Menschen beteiligten sich nach Polizeiangaben an Gegenprotesten. Teils vermummte Anwohner entrollten Banner aus einzelnen Fenstern. Dort stand beispielsweise „Gegen jeden Heterosexismus“ oder „Frauenrechte statt rechte Frauen. FCK AfD.“ Zu beiden Veranstaltungen hatten die Sicherheitsbehörden mehr Teilnehmer erwartet.

Der Frauenmarsch auf dem Weg ins Regierungsviertel Foto: Martina Meckelein

Angriff im Vorfeld auf „Frauenbus“

Der erste Frauenmarsch am 17.  Februar war von etwa 900 teilweise gewaltbereiten Linksextremisten rechtswidrig blockiert worden, ohne daß die Polizei die vereinbarte Strecke freiräumte. Sieben Polizisten wurden damals verletzt.

Für Entsetzen bei den Veranstaltern und Teilnehmern des Frauenmarsches sorgte im Vorfeld der Angriff auf einen „Frauenbus“, der sich auf dem Weg nach Berlin befand. Am Freitag abend hatten unbekannte Täter in Stuttgart einen vom AfD-Landesverband Baden-Württemberg organisierten Bus mit Farbbeuteln, Steinen und Flaschen attackiert und beschädigt. (mec/gb)

Teilnehmer des zweiten „Frauenmarsches“ am 9. Juni vor dem Brandenburger Tor. Vor dem Transparent steht die Organisatorin Leyla Bilge Foto: picture alliance/Jörg Carstensen/dpa

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