CDU

Der Kampf um Merkels Nachfolge hat begonnen

BERLIN. Nach der Ankündigung von CDU-Chefin Angela Merkel, nicht erneut für das Amt der Parteivorsitzenden zu kandidieren, haben gleich mehrere Politiker aus der Union ihren Hut in den Ring geworfen. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte während einer Sitzung des CDU-Vorstands am Montag, sie werde sich auf dem Parteitag Anfang Dezember in Hamburg um die Nachfolge Merkels bewerben.

Gleiches signalisierte nach Informationen der Bild-Zeitung auch Gesundheitsminister Jens Spahn. Zuvor war bereits der Name des früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz gefallen. Dieser hatte sich zwar 2009 aus der Politik verabschiedet, wurde aber trotzdem immer wieder als potentielle Führungsfigur in der Union für die Zeit nach Merkel gehandelt.

Merkel hatte am Montag zuerst das Präsidium der CDU über ihren schrittweisen Rückzug informiert. Am Mittag erläuterte sie dann in einer Pressekonferenz mit Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) ihren geplanten politischen Abgang. Demnach wolle sie den Weg frei für eine personelle Erneuerung der Union machen. Ihre Kanzlerschaft hingegen wolle sie bis zum Ende der Legislaturperiode fortsetzen. 2021 werde sie sich dann nicht nochmals um die Kanzlerkandidatur bewerben und auch nicht für den Bundestag kandidieren. Auch strebe sie für die Zeit danach keine anderen politischen Ämter mehr an.

CSU-Chef Seehofer: „Es ist schade“

Die Unionsfraktion im Bundestag zollte Merkel Respekt für ihre Entscheidung und bedankte sich bei der scheidenden CDU-Chefin. „Wir freuen uns, daß sie das Amt als Bundeskanzlerin weiter ausüben will“, teilte Fraktionschef Ralph Brinkhaus mit. Gemeinsam wolle man mit Merkel die Wahlperiode zu einem Erfolg machen.

„Unser Land braucht in dieser schwierigen Zeit Stabilität, aber auch Mut und Ideen für die Zukunft. Die CDU wird mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin, aber auch mit einer personell erneuerten Parteiführung dazu ihren Beitrag leisten.“ Merkel habe für die CDU Außerordentliches geleistet und entscheidend dazu beigetragen, daß die Union seit 13 Jahren im Bund regiere.

CSU-Chef Horst Seehofer bedauerte hingegen öffentlich Merkels Entscheidung. „Es ist schade. Ich sage ausdrücklich: Es ist schade“, kommentierte Seehofer am Montag den Rückzug der CDU-Politikerin. „Wir haben uns manche Diskussionen geleistet, aber es war immer eine vertrauensvolle, vom gegenseitigen Respekt getragene Zusammenarbeit“, sagte er laut n-tv. „Und insofern finde ich es schade, daß nun diese Zäsur stattfinden soll.“ (krk)

Angela Merkel und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer Foto: picture alliance/AP Photo

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