Anti-Rechts-Demonstranten in Hamburg Foto: picture alliance/Markus Scholz/dpa
10.000 Teilnehmer

Anti-Rechts-Demonstranten attackieren Polizei und Merkel-Gegner

HAMBURG. Bei Protesten gegen eine Anti-Merkel-Demonstration in Hamburg ist es am Mittwoch abend zu Gewalt gegen Polizisten und Merkel-Gegnern gekommen. Rund 10.000 Teilnehmer versammelten sich unter dem Motto „Nazis und Rassisten entgegentreten!“ und „Hamburger Stimmen gegen Rechts!“. Anlaß war eine Kundgebung des „Merkel muß weg“-Bündnisses.

Die Polizei mußte die rund 180 Merkel-Gegner mit Gittern und vier Wasserwerfern schützen. Ein Teilnehmer wurde attackiert und verletzt, ein Journalist mit Steinen beworfen. Zudem griffen linksradikale Gegendemonstranten die Einsatzkräfte mit Gegenständen an. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein. Sie war mit rund 1.000 Beamten im Einsatz. Laut NDR trugen die Gegendemonstranten Plakate mit der Aufschrift „Bunt statt braun“, „Wir sind mehr“ oder „Coole Kids haben kein Vaterland“.

Verfassungsschutz verweist auf Verbindungen zwischen Organisatoren und AfD

Dem Hamburger Verfassungsschutz zufolge handelt es sich bei den Organisatoren der „Merkel muß weg“-Kundgebung um Rechtsextremisten. Überdies hatte der Inlandsgeheimdienst Verbindungen zwischen ihnen und der AfD hervorgehoben. Die AfD ging am Mittwoch dann auf Distanz zu den ihren Demonstrationen. „Die AfD zeichnet dafür ausdrücklich nicht verantwortlich. Weder der Landesverband noch die Fraktion rufen zur Teilnahme auf. Sie raten aber auch nicht davon ab“, teilten der Fraktionschef Alexander Wolf und der Landesvorsitzende Dirk Nockemann mit. Der Verfassungsschutz bleibe überdies eine Begründung schuldig, warum die Veranstalter rechtsextrem seien.

Bei der Veranstaltung am Mittwoch abend trat dann allerdings ein AfD-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern auf. Der Ko-Landeschef Dennis Augustin sagte in seiner Rede laut Hamburger Abendblatt, die AfD stehe „fest auf dem Boden des Grundgesetzes“. Dem Hamburger Verfassungsschutzchef Torsten Voß warf er vor, Andersdenkende zu kriminalisieren. (ls)

Anti-Rechts-Demonstranten in Hamburg Foto: picture alliance/Markus Scholz/dpa

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