Markus Krall Freiheit oder Untergang
Ausgebranntes Auto von Florian H.
Ausgebranntes Auto von Florian H. Foto: dpa

Ermittlungen
 

Staatsanwaltschaft prüft mögliche Vergiftung von NSU-Zeugin

KARLSRUHE. Eine am Samstag tot aufgefundene 20jährige NSU-Zeugin ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft an einer Lungenembolie gestorben. Zuvor habe die Frau einen Motorradunfall gehabt, bei dem sich ein Blutgerinnsel gebildet habe, das trotz ärztlicher Behandlung zum Tod geführt haben soll. Dennoch werde derzeit geprüft, ob die Frau vergiftet worden sein könnte.

Die Frau war die Ex-Freundin des ehemaligen Rechtsextremisten Florian H. Dieser hatte behauptet, den Mörder der 2007 angeblich vom NSU ermordeten Polizistin Michèle Kiesewetter gekannt zu haben. Am Tag seiner erneuten Befragung durch die Polizei wurde H. tot in einem ausgebrannten Autowrack aufgefunden. Laut Polizei soll er sich selbst umgebracht haben.

Frau fühlte sich bedroht

Allerdings haben die Behörden den Fall neu aufgerollt, nachdem schweren Ermittlungspannen bekannt geworden waren. Die Familie hatte bei der Durchsuchung des Wracks zahlreiche Gegenstände gefunden, die von der Polizei trotz intensiver Durchsuchung nicht entdeckt worden waren, darunter zwei Mobiltelefone, einen Autoschlüssel sowie ein Schmerzmittel. Die Schwester von H. hatte die Beweise dem NSU-Ausschuß des Landtags von Baden-Württemberg übergeben.

Vor dem Gremium hatte unter Ausschluß der Öffentlichkeit auch die nun tot aufgefundene junge Frau ausgesagt. Dort soll sie gesagt haben, sie fühle sich bedroht. (ho)

Ausgebranntes Auto von Florian H. Foto: dpa
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