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Flüchtlingswelle: Grüne: Deutsche sollen Asylbewerber privat aufnehmen

Flüchtlingswelle: Grüne: Deutsche sollen Asylbewerber privat aufnehmen

Flüchtlingswelle: Grüne: Deutsche sollen Asylbewerber privat aufnehmen

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Syrische Asylbewerber nach ihrer Ankunft in München Foto: picture alliance/dpa
Flüchtlingswelle
 

Grüne: Deutsche sollen Asylbewerber privat aufnehmen

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat die Deutschen aufgerufen, Asylbewerber bei sich zu Hause aufzunehmen. Dies sei für die Integration Gold wert. Unterdessen ordente die Deutsche Bahn an, wegen der derzeitigen Flüchtlingswelle aus Ungarn, keine Ausländer mehr im Fernverkehr zu kontrollieren.
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BERLIN. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, hat die Deutschen aufgerufen, Asylbewerber bei sich zu Hause aufzunehmen. „Wenn Menschen, die aus Syrien kommen, in Privathäusern aufgenommen werden, ist das Gold wert für die Integration“, sagte Göring-Eckardt der Funk-Mediengruppe. Diese Möglichkeit müsse viel mehr ausgenutzt werden, forderte die Grünen-Politikerin.

Bereits zuvor hatte ihr Co-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter dafür geworben, auch die vermeintlich positiven Seiten der Asylwelle zu beachten. „Man könnte das Ganze als Chance sehen, daß nämlich viele Menschen, insbesondere auch gut ausgebildete Menschen, ihre Zukunft in Deutschland sehen und Deutschland als Land der Hoffnung betrachten“, sagte er.

Flüchtlingswelle aus Ungarn reißt nicht ab

Im vergangenen Monat hatte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek, für eine Prämienzahlung für Personen ausgesprochen, die Asylbewerber bei sich zu Hause aufnehmen. Mit 20 Euro am Tag sollten Anreize zur privaten Aufnahme gesetzt werden.

Im vergangenen Jahr hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Patzelt die Bürger dazu aufgerufen, Asylbewerber privat aufzunehmen. Patzelt, der selbst schon Bürgerkriegsflüchtlinge in seinem Haus untergebracht hatte, war mit seinem Vorschlag auf massive Kritik gestoßen.

Auch am Sonntag riß die Flüchtlingswelle aus Ungarn nicht ab. Seit Sonnabend kamen mehrere Tausend Asylbewerber aus Ungarn über Österreich nach Deutschland, darunter viele Syrer. Der Großteil von ihnen kam nach München. Es wurden aber auch Züge und Busse zum Transport der Asylbewerber in andere Bundesländer eingesetzt. Auch die Hauptstadt bereitet sich derzeit auf die Ankunft mehrerer Hundert Asylbewerber vor.

CSU kritisiert Merkel

Flüchtlinge aus Ungarn in Wien bei der Weiterreise nach München Foto:  picture alliance/APA/picturedesk.com
Flüchtlinge aus Ungarn in Wien bei der Weiterreise nach München Foto: picture alliance/APA/picturedesk.com

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ) hatten am Freitag abend entschieden, daß die Asylbewerber aus Ungarn nach Österreich und Deutschland einreisen dürfen. Seitdem haben sich über 10.000 Flüchtlinge aus Ungarn auf den Weg gemacht. Nur einzelne Syrer stellten einen Asylantrag in Österreich. Fast sämtliche Flüchtlinge wollten von der Alpenrepublik weiter nach Deutschland reisen, was ihnen auch genehmigt wurde.

Die CSU kritisierte Merkel für ihre Entscheidung, die Grenzen für die Asylbewerber aus Ungarn zu öffnen. Hierdurch entstünde eine Sogwirkung für weitere Flüchtlinge, beklagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. „Der massenhafte Zustrom von Flüchtlingen nur nach Deutschland muss gestoppt werden“, forderte er laut Bild-Zeitung.

Bahn kontrolliert keine Ausländer mehr

Anordnung des Bahnvorstandes im RIS Foto: JF
Anordnung des Bahnvorstandes im RIS Foto: JF

Unterdessen hat die Deutsche Bahn wegen der zahlreichen Flüchtlinge in den Zügen ihr Personal angewiesen, auf Fernverbindungen keine ausländischen Reisenden mehr zu kontrollieren. Wie ein Bahn-Mitarbeiter der JUNGEN FREIHEIT berichtete, teilte der Konzernvorstand über das Reisenden-Informations-System (RIS) am Sonnabend mit: „Bitte keine Fahrkartenkontrollen und Fahrpreisnacherhebungen bei Migranten durchführen.“

Das RIS wird gewöhnlich von Lokführern und Zugbegleitern über eine App genutzt, beispielsweise um Informationen über das Warten von Anschlußzügen oder andere Anweisungen zu erhalten. Laut dem Mitarbeiter bestand auch am Sonntag eine ähnliche Weisung für den Fernverkehr. Eine Bestätigung des Vorgangs durch die Deutsche Bahn verbunden mit der Frage der JF, wie lange die Anordnung dauern solle, stand bis Sonntag abend noch aus. (krk)

Syrische Asylbewerber nach ihrer Ankunft in München Foto: picture alliance/dpa
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