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Ausländergewalt
 

Hamburger Polizei warnt vor „Londoner Zuständen“

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Polizeieinsatz in Hamburg-Altona am vergangenen Freitag Foto: picture alliance/dpa

HAMBURG. Nach den Ausschreitungen ausländischstämmiger Jugendlicher im Hamburger Bezirk Altona vom vergangenen Wochenende hat die Gewerkschaft der Polizei (GdP) vor Verhältnissen wie in London oder Paris gewarnt. Die Polizei habe das „auszubaden, was eine verfehlte Integrationspolitik angerichtet hat“, kritisierte der GdP-Landesvorsitzende Gerhard Kirsch.

Rechtsfreie Räume könnten unter keinen Umständen geduldet werden – ebensowenig wie eine „Verständnisjustiz“, die offenbar häufig genug als eine Ermutigung zu weiteren Taten verstanden werde, sagte Kirsch.

Hintergrund sind massive Krawalle und Ausschreitungen in dem Viertel mit hohem Ausländeranteil. Auslöser war ein Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstagabend. Dabei waren die Beamten sowie mehrere Autofahrer aus einer Gruppe mit Laserpointern geblendet worden. Als sie die Jugendlichen kontrollieren wollten, wurden sie von diesen sowie weiteren Anwohnern des Viertels angegriffen und bedroht. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Folge 16 Männer im Alter von 17 bis 26 Jahren festgenommen wurden.

Polizei weist Vorwurf zurück

In den darauffolgenden Nächten kam es in dem Viertel erneut zu massiven Ausschreitungen, bei denen auch Autos in Brand gesteckt wurden. Sogenannte Krawalltouristen verschärften die Situation. Viele der ausländischen Jugendlichen gaben der Polizei die Schuld an der Eskalation. Sie empfänden die zahlreichen Kontrollen als diskriminierend.

Die GdP wies den Vorwurf zurück: Der Polizei vorzuwerfen, sie habe die Ursache für die Gewalteskalation gesetzt, sei ebenso falsch wie infam. Vielmehr seien die Polizisten wieder einmal allein gelassen – „und das ist die Wahrheit“, betonte Kirsch.

„Die Integrationspolitiker in Hamburg müssen endlich aufwachen, wenn wir Zustände wie jüngst in Stockholm, London und Paris dauerhaft auch für Hamburg abwenden wollen. Sonntagsreden helfen hier nicht weiter, sondern ein auf die Migranten abgestimmtes Maßnahmenbündel, das geeignet ist, die sozialen Schieflagen zu beseitigen“, forderte er. Dazu gehöre aber auch die Bereitschaft der Einwanderer – „und nicht das Aufgehen in Selbstmitleid, Selbstisolation und die Einstellung, daß immer andere Schuld an ihrem Los sind“. (krk)

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