WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede im Weißen Haus neue Zweifel am amerikanischen Wahlsystem geschürt. Er kündigte die Freigabe von Geheimdienstunterlagen an, die nach seiner Darstellung chinesische Einflussnahme auf die Wahl 2020 zeigen sollen. Zugleich forderte er den Kongress auf, strengere Regeln für Wählerregistrierung und Briefwahl zu beschließen.
„Kein Dritte-Welt-Land hat Wahlen wie wir“, sagte er. Die amerikanischen Wahlen seien anfällig für Manipulation, das Vertrauen der Bürger sei verloren gegangen.
Trump behauptete, China habe seit 2020 Zugriff auf 220 Millionen amerikanische Wählerdaten erlangt. „Dieser Datenverlust ist ein beispielloser Albtraum für die Wahlsicherheit“, sagte er. Außerdem seien Hunderttausende Nichtstaatsbürger in Wählerverzeichnissen mehrerer Bundesstaaten entdeckt worden. Das Weiße Haus veröffentlichte während der Rede mehrere zuvor geheime Dokumente. Sie zeigen nach Regierungsdarstellung Schwachstellen in der Wahl-Infrastruktur. Einige Unterlagen betreffen chinesische Akteure, die große Mengen an Wählerdaten gesammelt haben sollen. Teils sollen diese Daten aber öffentlich zugänglich oder aus kommerziellen Quellen gewesen sein.
President Trump Delivers an Address to the Nation, Jul. 16, 2026 https://t.co/GHD5LO2HIa
— The White House (@WhiteHouse) July 17, 2026
Trump will Medien die Lizenzen entziehen
China wies die Vorwürfe prompt zurück. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft erklärte: „China hat sich nie in die Präsidentschaftswahlen der USA eingemischt und wird dies auch künftig nie tun.“ Die Demokraten warfen Trump vor, schon Monate vor den Zwischenwahlen Misstrauen gegen das Ergebnis zu säen. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom schrieb, Amerika habe „die wirren Ausführungen eines wahnsinnigen Königs“ erlebt. Trump bereite seine Anhänger darauf vor, ein Ergebnis nicht anzuerkennen, falls es ihm nicht passe.
Trump will nun den Geheimdienstdirektor und das Justizministerium mögliche Vertuschungen rund um die Wahl 2020 prüfen lassen. Außerdem griff er NBC und ABC an, weil die Sender seine Rede nicht live übertragen hatten. Nach seiner Ansicht sollten sie ihre Sendelizenzen verlieren. (rr)






