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Großbritannien: Nigel Farage legt Mandat nieder – und will sich gleich wieder wählen lassen

Großbritannien: Nigel Farage legt Mandat nieder – und will sich gleich wieder wählen lassen

Großbritannien: Nigel Farage legt Mandat nieder – und will sich gleich wieder wählen lassen

Reform-UK-Chef Nigel Farage: Trotz der Vorwürfe führt seine Partei in den Umfragen. (Themenbild)
Reform-UK-Chef Nigel Farage: Trotz der Vorwürfe führt seine Partei in den Umfragen. (Themenbild)
Reform-UK-Chef Nigel Farage: Trotz der Vorwürfe führt seine Partei in den Umfragen. Foto: picture alliance / PA Images | Gareth Fuller
Großbritannien
 

Nigel Farage legt Mandat nieder – und will sich gleich wieder wählen lassen

Auf einmal plagt Nigel Farage eine Spendenaffäre: Der Reform-UK-Chef will nun als Abgeordneter zurücktreten – und macht die anschließende Nachwahl zu einer Vertrauensfrage.
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LONDON. Nach mehreren Vorwürfen illegaler Kampagnenfnanzierung hat der Chef von Reform UK, Nigel Farage, eine Nachwahl im Wahlkreis Clacton angekündigt. Um sie zu ermöglichen, reichte er seinen Rücktritt als Unterhausabgeordneter ein. „Ich werde kandidieren“, teilte er am Dienstag während einer Pressekonferenz mit. „Ich werde für die Fortsetzung der politischen Revolution kämpfen, die meine Partei ins Rollen gebracht hat.“ Sollte er verlieren, würden die „beiden Altparteien“ – Labour und Tories – einen „grundlegenden Wandel“ verhindern, der zur Heilung des „gebrochenen Großbritanniens“ notwendig sei.

Hintergrund sind mehrere Spenden, die der britischen Parlamentsverwaltung nicht angezeigt worden waren. 2024 hatte Farage noch vor seiner Wahl ins Unterhaus fünf Millionen Pfund vom Bitcoin-Investor Christopher Harborne erhalten. Nach dem Bekanntwerden der Schenkung im vergangenen April leitete der Ethikbeauftragte des Parlaments, Daniel Greenberg, eine Untersuchung ein. Nach geltenden Regeln sind neue Abgeordnete verpflichtet, ihre Spenden und geldwerten Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl ins Unterhaus offenzulegen.

Farage betont, die Spenden für Sicherheitsdienste zu brauchen

Zudem soll sein langjähriger politischer Weggefährter, George Cottrell, laut der Sunday Times Farages Sicherheitsdienste und eine Kampagne in den sozialen Medien bezahlt haben. Der Unternehmer hatte 2017 eine achtmonatige Haftstrafe wegen Telekommunikationsbetrugs in den USA abgesessen. Das Blatt veröffentlichte darüber hinaus das Foto des Hauses von Farages Tochter und bezeichnete es als Teil des „Vier-Millionen-Immobilienportfolios“.

Farage bestreitet die Vorwürfe und beteuerte mehrfach, keine Regeln gebrochen zu haben. Während seiner Konferenz sagte er zudem, Harbornes Spende sei „bedingungslos“ gewesen. Er betonte, „bis zum Ende seines Lebens“ Sicherheitsdienste zu benötigen. „Im Laufe der Jahre habe ich den Innenminister immer wieder um Hilfe gebeten. Ich wurde immer wieder abgewiesen.“ Mehrfach wurde der Brexit-Vorkämpfer Ziel von Angriffen. Zuletzt hatten Unbekannte nach seinen Angaben im vergangenen Jahr sein Haus in Brand gesetzt.

Reform UK führt trotz Spendenaffäre

Nach jahrelanger Karriere als EU-Abgeordneter war Farage bei der Unterhauswahl 2024 ins britische Parlament gewählt worden. In seinem Wahlkreis Clacton erhielt er 46,2 Prozent der Stimmen, über 18 Prozentpunkte mehr als sein Konkurrent von den Tories, Giles Watling. Die ostenglische Küstenstadt hatte 2016 mit fast 70 Prozent für den Austritt Großbritanniens aus der EU gestimmt. Zwei Jahre zuvor war mit Douglas Carswell der einzige Abgeordnete von Farages vorheriger Partei, UKIP, ins Unterhaus gewählt worden.

Trotz der Spendenaffäre führt Reform UK die Umfragen ununterbrochen an. Der neuesten Yougov-Befragung zufolge wollen 24 Prozent der Bürger Farages Partei bei der nächsten Unterhauswahl wählen. Auf Platz zwei folgt die regierende Labour-Partei mit 20 Prozent, gleichauf mit den Tories. Die Grünen und die Liberaldemokraten bekämen jeweils 13 Prozent, Restore Britain würde zudem auf drei Prozent landesweit kommen. (kuk)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version hieß es, Restore Britain werde einen Kandidaten in Clacton aufstellen. Inzwischen kündigte deren Parteichef Rupert Lowe an, dies doch nicht zu tun.

Reform-UK-Chef Nigel Farage: Trotz der Vorwürfe führt seine Partei in den Umfragen. Foto: picture alliance / PA Images | Gareth Fuller
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