MADRID. Knapp eine Million illegale Einwanderer haben seit April in Spanien eine Aufenthaltserlaubnis beantragt. Laut der Staatssekretärin für Migration, Pilar Cancela Rodríguez, habe der Staat sogar genügend Kapazitäten, um bis Ende Juni bis zu eine Million Anträge zu bearbeiten, sagte sie am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Sofern der Antrag zur Bearbeitung zugelassen wird, dürfen sich die illegalen Einwanderer ein Jahr lang legal in Spanien aufhalten und arbeiten, bei Minderjährigen gilt das Recht fünf Jahre lang. Mit der Aufenthaltserlaubnis können sie für eine begrenzte Zeit innerhalb des Schengenraums reisen.
Spaniens Regierung wolle mit der Aktion illegalen Einwanderern die Möglichkeit geben, die Voraussetzungen für einen regulären Aufenthaltstitel zu erfüllen. 2025 hätten sich rund 850.000 Personen ohne Aufenthaltserlaubnis in Spanien aufgehalten.
Minderjährige illegale Einwanderer dürfen länger bleiben
Hintergrund ist ein außerordentliches Regularisierungsprogramm der spanischen Regierung (JF berichtete), das am 15. April veröffentlicht wurde. Demnach können illegale Einwanderer ein Bleiberecht beantragen, wenn sie bisher keine Aufenthaltserlaubnis haben und nachweisen können, dass sie zum 1. Januar 2026 mindestens fünf Jahre ununterbrochen in Spanien gelebt haben. Zudem dürfen auch Migranten eine Erlaubnis beantragen, die bis Ende 2025 einen Asylantrag gestellt haben.
Als Voraussetzung gilt, dass die illegalen Einwanderer keine Vorstrafen haben und keine Gefahr für die öffentliche Ordnung, die innere Sicherheit und die öffentliche Gesundheit darstellen. Ausgenommen sind Personen mit einem Aufenthaltsrecht, Staatenlose und Ukrainer mit einem temporären Schutzstatus.
Doppelt so viele Anträge wie gedacht
Das Programm geht auf das linke Aktivistenbündnis „Regularización Ya!“ zurück, das in rund sechs Jahren über 700.000 Unterschriften sammelte, um illegale Einwanderer zu unterstützen.

Anfang des Jahres sagte die Ministerin für Inklusion, soziale Sicherheit und Migration, Elma Saiz, gegenüber Journalisten, dass die Regierung jeden Menschen, der sich in Spanien aufhält, mit Würde behandeln werde. Damals rechnete das spanische Migrationsministerium noch mit 500.000 Anträgen. Seit April hat es bereits 360.000 befristete Arbeitserlaubnisse erteilt. (mas)






