Seit dem Anschlag auf den CSD in Berlin ist auch bei Linken angekommen, dass der Islamismus ein akutes und direktes Problem für Deutschland ist. Sie erkennen, dass die Werte der Scharia gegen die eigene individualistische Lebensart stehen und diese sogar bedrohen.
Linke Ideologien sind Ziel des Islamismus. Denn alles, was den Gesetzen des Propheten Mohammed widerspricht, muss unterbunden werden – zur Not auch mit Gewalt. Das hat auch Taz-Kolumnist Udo Knapp verstanden. Richtigerweise merkt er an, dass sich ihr Kampf „gegen die westliche, aufgeklärte und liberale Lebenskultur, gegen Frauenrechte, gegen Freiheit und Demokratie“ richtet. „Ihr Terror wird solange nicht aufhören, solange deren Rückraum in den islamistischen Staaten nicht ausgetrocknet wird“, schreibt er in seinem Kommentar „Die Antwort auf islamistischen Terror ist: Einwanderung!“. Doch wie so viele zieht er merkwürdige und nicht nachvollziehbare Schlüsse aus der eigentlich richtigen Erkenntnis.
Millionenfache Einwanderung statt millionenfache Remigration
Laut dem Politologen ist nämlich das Wundermittel eine „gut organisierte Einwanderung“, verbunden mit gesellschaftlichem „Raum für eine selbstbestimmte, vielfältig geförderte Integration von Migranten und Einwanderern“ sowie „mehr Chancengleichheit für alle, woher sie auch kommen, wo immer sie leben oder gelebt haben“. Dieser Lösungsvorschlag helfe nicht nur gegen Islamismus, sondern gegen jede Art von religiösem Fundamentalismus und alle anderen weltlichen Ideologismen.
Eine „wachsende, sich immer mehr vertiefende Gesellschaft der vielen Verschiedenen – jenseits aller nationalen Einschließungen – kann den Terror austrocknen“, behauptet Knapp. Wenn wir also „Migranten Raum für die Entfaltung ihrer Lebensziele geben, wodurch sie Wirtschaft und Gesellschaft bereichern und die Bevölkerungszahlen stabilisieren“, werden sich nicht nur diese Einwanderer, sondern auch ihre Kinder automatisch „von Islamisten und Fundamentalisten fernhalten“.
Ziemlich beachtlich, wenn man bedenkt, dass sonst Linke immer wieder behaupten, dass es keine einfachen Antworten auf komplizierte Fragen gebe, wenn sonst etwa millionenfache Remigration gefordert wird. Politologe Knapp dreht einfach den Spieß um – und plötzlich kann eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt mit millionenfacher Einwanderung herbeigeführt werden.
Migranten müssen sich nur an freiheitlich-demokratische Grundordnung halten
Es gibt nur einen winzigen Haken an der ganzen Sache. Die Voraussetzung für diese Art von Massenmigration sei, dass alle „Beteiligten der Demokratie, der Freiheit und den Menschenrechten verpflichtet bleiben“. Ach so, wenn es nicht mehr ist? Dann gibt es eigentlich keine Hürden. Wir können sofort mit einer millionenfachen Aufnahme starten. Die bisherigen Migranten sind ja europaweit dafür bekannt, waschechte Fans der Demokratie, der Freiheit und der Menschenrechte zu sein.
Es ist dem Taz-Kolumnisten offensichtlich vollkommen egal, ob sich Migranten mit der deutschen Kultur anfreunden können. Es ist irrelevant, ob Migranten unsere Sprache lernen, sich an unsere Sitten halten und unsere Geschichte ehren.

Das beste Beispiel, das Knapp für seine These anführt, ist die Aufnahme von rund einer Million Syrern in den vergangenen Jahren. „Sie haben sich überwiegend mit großem Einsatz und mit Erfolg in die Gesellschaft eingefügt.“ Der islamistische Terroranschlag in Solingen, bei dem der damals 26jährige Issa al Hasan auf dem Solinger „Festival der Vielfalt“ mit einem Messer drei Menschen ermordete, geht wohl auf das „Ausnahmen bestätigen die Regel“-Konto.
Einwanderung soll Demographie retten
Doch was wäre ein linker Aufruf zur Massenmigration ohne den typischen Hinweis auf Deutschlands Demographie? Allein wegen der immer kleiner werdenden Zahl von Deutschen sei Einwanderung „ökonomisch längst unverzichtbar“, behauptet Knapp.
Viele wissen es nämlich nicht, aber ein geheimer Paragraph in Deutschlands Grundgesetz besagt, dass der Weltuntergang beginnt, sobald unsere Bevölkerung unter 80 Millionen fällt. Glücklicherweise weisen Linke regelmäßig darauf hin und bewahren uns vor … einem naturreichen Deutschland?
Bisher angekündigte Maßnahmen der Regierung bringen nichts
Immerhin hat Knapp mit einer Aussage vollkommen recht. Die Ausweitung der elektronischen Fußfessel, eine leichtere und längere Präventivhaft, die Aufhebung des Jugendstrafrechts für alle Gefährder, ein immer umfassenderer Überwachungsapparat des gesellschaftlichen Lebens bis zu Abschiebezentren: „All das wird die millionenstarke Bewegung fanatischer Muslime nicht aufhalten.“
Doch wie man davon ausgehen kann, dass sich bei weiterer Migration nicht noch mehr Parallelgesellschaften bilden, die fast schon autonom leben und sich dadurch unbeeindruckt von einer deutschen Leitkultur lösen, ist fraglich. Vermutlich muss dafür die Grundannahme bestehen, dass alle Einwanderer Deutschland lieben und nur in unser Land kommen, um etwas Positives beizutragen, anstatt sich selbst bereichern zu wollen.





