NEW YORK. UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock hat gemeinsam mit Generalsekretär António Guterres und der Vorsitzenden des Sicherheitsrats eine „ewige Flamme“ für 136 getötete UN-Mitarbeiter entzündet. Unter den Geehrten befand sich Imad Yousif El Samhouri – langjähriger Lehrer und Schulleiter des Palästinenserhilfswerks UNRWA und zugleich Feldkommandeur der Terrororganisation Hamas.
In der Aufzeichnung der Gedenkstunde präsentiert die UN ihn als Lehrer und Leiter mehrerer UNRWA-Schulen. Guterres nennt es später in seiner Ansprache vom 8. Juni das „Privileg meines Lebens“, mit Menschen wie den Verstorbenen zusammengearbeitet zu haben. Sie hätten die Welt besser gemacht. Ihre Arbeit wolle die UN fortsetzen. Ein weiteres Video zeigt El Samhouri in seiner zweiten Funktion. Der offizielle Medienkanal der Kassam-Brigaden, des militärischen Arms der Hamas, bezeichnet den UNRWA-Schulleiter ausdrücklich als Feldkommandeur des Mohammed-al-Schamali-Bataillons der Rafah-Brigade.
Meet Imad Yousif El Samhouri, veteran UNRWA teacher and school principal.
L: Samhouri honored by UN chief Antonio Guterres
R: Samhouri in Hamas terrorist martyr videoSamhouri’s terror ties were known. 🧵⬇️
Why are 🇫🇷🇩🇪🇬🇧🇳🇴🇳🇱🇨🇭🇮🇹🇨🇦 funding terrorists to teach Palestinian kids? pic.twitter.com/7e4WmR3rfQ
— Hillel Neuer (@HillelNeuer) August 13, 2026
Hamas-Kommandeur in den Terrortunneln
El Samhouri trägt Sturmgewehre und Handgranaten, bewegt sich durch Hamas-Tunnel und verliest sein bereits 2007 aufgenommenes Vermächtnis. „Wir haben den Dschihad als unseren Weg gewählt“, erklärt er darin. Der Tod für Allah sei sein höchstes Ziel. Anschließend preist er die Tunnel, aus denen die Terroristen überraschend gegen Israel zuschlagen könnten.
Nach Recherchen der Genfer Organisation UN Watch hat El Samhouri mehr als ein Jahrzehnt an mehreren UNRWA-Schulen gearbeitet. Seine Verbindungen zur Hamas seien öffentlich sichtbar gewesen. Fotos zeigen ihn demnach mit Funktionären der Terrororganisation, die in UNRWA-Schulen vor Schülern auftreten und dort an Veranstaltungen teilnehmen. Auf seinen sozialen Netzwerken soll El Samhouri Terroranschläge und die Entführung von Israelis verherrlicht haben. Zudem wirft ihm UN Watch vor, Schüler an Vereine und Organisationen aus dem Umfeld der Hamas herangeführt zu haben. Der Terrorist habe sich nicht in einer geheimen Personalakte versteckt, sondern vor den Augen seiner Kollegen agiert.
Bei der Gedenkstunde erklärten die UN ausführlich, wie UNRWA die Zustimmung der Angehörigen zur Veröffentlichung der Namen eingeholt habe. Ob die Geehrten zuvor auf Verbindungen zu Terrororganisationen überprüft wurden, erwähnten sie nicht.
Baerbocks Millionen für die UNRWA
Für Baerbock ist der Fall auch wegen ihrer früheren Rolle als Außenministerin brisant. Während ihrer Amtszeit hat Deutschland nach Angaben von UN Watch rund 570 Millionen Euro an die UNRWA gezahlt. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 hatte Israel mehreren Mitarbeitern des Hilfswerks vorgeworfen, sich an dem Terrorüberfall beteiligt zu haben. Eine interne UN-Untersuchung kam später zu dem Ergebnis, dass neun Beschäftigte daran beteiligt gewesen sein könnten. Sie wurden entlassen.
Deutschland setzte Teile seiner Zusammenarbeit zunächst aus. Im April 2024 nahm die Bundesregierung die Kooperation jedoch wieder auf, nachdem eine Kommission unter Leitung der früheren französischen Außenministerin Catherine Colonna Reformen empfohlen hatte. Das Auswärtige Amt verwies auf eine stärkere interne Kontrolle und den regelmäßigen Abgleich der Mitarbeiterlisten mit israelischen Behörden.
Bis Montagvormittag haben weder Baerbock noch Guterres oder die UNRWA auf die Vorwürfe reagiert. (rr)






