LONDON. Die frühere britische Ministerin Ann Widdecombe ist tot in ihrem Haus im südwestenglischen Devon aufgefunden worden. Die 78 Jahre alte konservative Politikerin wies nach Angaben der Polizei schwere Verletzungen auf. Ein 26 Jahre alter Mann wurde am Freitag in Newton Abbot festgenommen.
Die Polizei von Devon und Cornwall teilte mit, der Verdächtige sei ein weißer britischer Staatsangehöriger. Er befindet sich wegen Mordverdachts in Gewahrsam.
Hinweise auf ein terroristisches oder politisches Motiv gebe es derzeit nicht, erklärte die Polizei. Auch sei noch unklar, ob der Tatverdächtige Widdecombe kannte. Die Ermittlungen stünden am Anfang Widdecombe war am Donnerstag gegen 11.40 Uhr in ihrem Haus in Haytor auf Dartmoor gefunden worden. Die Polizei war vom Rettungsdienst alarmiert worden. Das Anwesen wurde abgesperrt, Spurensicherung und Mordermittler nahmen ihre Arbeit auf.
BREAKING:
A 26-year-old white British man has been arrested for the murder of former Conservative and Reform UK spokeswoman Ann Widdecombe.
The 78-year-old former politician was found dead with serious injuries at her remote home in Haytor on the edge of Dartmoor.
— Visegrád 24 (@visegrad24) July 10, 2026
Farage: „Tief, tief erschüttert“ über Mord an Widdecombe
Der Tod Widdecombes löste in Großbritannien parteiübergreifend Bestürzung aus. Premierminister Keir Starmer sprach von einer „wirklich schockierenden“ Nachricht. Tory-Chefin Kemi Badenoch erklärte, sie sei fassungslos. Reform-UK-Chef Nigel Farage sagte, er sei „tief, tief erschüttert“ über die Art ihres Todes. Widdecombe gehörte von 1987 bis 2010 dem Unterhaus an und vertrat 23 Jahre lang den Wahlkreis Maidstone. In der Regierung von John Major war sie Staatsministerin im Innenministerium und im Arbeitsministerium.
Vielen Briten blieb sie als klare konservative Stimme in Erinnerung. Sie sprach offen über ihren Glauben, verteidigte traditionelle Werte und unterstützte den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. 2019 zog sie für die Brexit Party von Nigel Farage ins Europäische Parlament ein. Später schloss sie sich Reform UK an und trat dort als Sprecherin für Einwanderung und Justiz auf.
Bekannt war Widdecombe auch weit über Westminster hinaus. Nach ihrer Zeit im Parlament trat sie bei „Strictly Come Dancing“ und „Celebrity Big Brother“ auf. Ihre Direktheit, ihr trockener Humor und ihre unverwechselbare Art machten sie auch im Unterhaltungsfernsehen zu einer festen Größe.
You’ve got to admit it, Ann Widdecombe was one of a kind. Rest in peace, Ann. pic.twitter.com/2j4VOlvQkl
— Colm Flynn (@colmflynnire) July 10, 2026
In Großbritannien weckt der Fall Erinnerungen an frühere Angriffe auf Politiker. 2016 wurde die Labour-Abgeordnete Jo Cox während des Brexit-Wahlkampfs ermordet. 2021 tötete ein Islamist den konservativen Abgeordneten David Amess. (rr)






