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Nächster Karriere-Schritt: Baerbock wechselt an New Yorker Skandal-Uni

Nächster Karriere-Schritt: Baerbock wechselt an New Yorker Skandal-Uni

Nächster Karriere-Schritt: Baerbock wechselt an New Yorker Skandal-Uni

Bleibt in New York: Annalena Baerbock. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Bleibt in New York: Annalena Baerbock. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Bleibt in New York: Annalena Baerbock. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Nächster Karriere-Schritt
 

Baerbock wechselt an New Yorker Skandal-Uni

Nach ihrem Abgang bei den Vereinten Nationen bleibt Annalena Baerbock in New York. Welche Aufgabe die ehemalige Außenministerin an der zuletzt heftig umstrittenen Columbia-University übernimmt und welchen Titel sie dafür bekommt.
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NEW YORK. Annalena Baerbock bleibt im Big Apple. Nach dem Ende ihrer Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung im September soll die frühere grüne Außenministerin bald an der Columbia University in New York lehren. die Studiengebühren dort betragen 99.774 US-Dollar.

Baerbock wird an der Elite-Uni Professorin für „Global Leadership“ und Co-Direktorin des „Master of Public Administration in Global Leadership“ an der School of International and Public Affairs (SIPA) werden.

Das einjährige Programm richtet sich an Führungskräfte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung. Auf der Internetseite der Columbia University ist der zweite Posten als Co-Direktor derzeit noch mit „To Be Announced in Fall 2026“ ausgewiesen. Damit wechselt Baerbock an eine der renommiertesten, aber zuletzt auch umstrittensten Hochschulen der Vereinigten Staaten.

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 wurde die Columbia University zu einem Zentrum der antiisraelischen Protestbewegung an amerikanischen Universitäten. Im Frühjahr 2024 errichteten Demonstranten ein Protestlager auf dem Campus, später besetzten Aktivisten das Universitätsgebäude Hamilton Hall. Die Polizei räumte das Gebäude.

Columbia geriet wegen Antisemitismus unter Druck

Parallel häuften sich Berichte über antisemitische Anfeindungen. Eine von Columbia selbst eingesetzte Arbeitsgruppe sammelte Aussagen von fast 500 Studenten. Sie dokumentierte nach eigenen Angaben unter anderem Beschimpfungen, Ausgrenzung, Drohungen und Fälle körperlicher Gewalt gegen jüdische und israelische Studenten. Die Universität räumte später ein, dass die Vorfälle schwerwiegend und weit verbreitet gewesen seien.

Der Konflikt erreichte schließlich Washington. Die US-Regierung strich der Universität im März 2025 rund 400 Millionen Dollar an staatlichen Zuschüssen und Verträgen. Zur Begründung warf eine gemeinsame Arbeitsgruppe mehrerer Bundesbehörden Columbia vor, angesichts der fortgesetzten Belästigung jüdischer Studenten nicht ausreichend gehandelt zu haben.

Im Juli 2025 einigten sich Universität und Bundesregierung. Columbia verpflichtete sich zu einer Zahlung von 200 Millionen Dollar über drei Jahre sowie zu weiteren 21 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Verfahren der Gleichbehandlungsbehörde EEOC. Zugleich wurden große Teile der zuvor gestrichenen Forschungsgelder wieder freigegeben. Die Hochschule sagte unter anderem Änderungen bei Sicherheits- und Disziplinarverfahren sowie weitere Maßnahmen gegen Antisemitismus zu (die JF berichtete).

Baerbock erhält Professorentitel ohne klassische Forscherkarriere

Baerbock erhält dabei keine klassische Forschungsprofessur, sondern soll den Titel „Professor of Professional Practice“ tragen. Diese Stellen sind an der Columbia University ausdrücklich für Praktiker mit umfangreicher Berufserfahrung vorgesehen. Im eigenen Fakultätshandbuch erklärt die Hochschule, solche Professoren könnten die wissenschaftliche Ausbildung und die akademischen Qualifikationen vermissen lassen, die von Forschungsprofessoren erwartet werden. Entscheidend sei stattdessen ihre professionelle Expertise.

Eine Promotion oder klassische wissenschaftliche Laufbahn benötigt Baerbock für diese Professur daher nicht. Vergleichbare Stellen werden an amerikanischen Hochschulen regelmäßig mit ehemaligen Politikern, Spitzenbeamten oder Führungskräften aus der Wirtschaft besetzt. Auch die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton lehrte bereits als „Professor of Professional Practice“ an Columbia.

Für Baerbock ist die Stelle auf drei Jahre angelegt. Zusätzlich soll die 45-Jährige künftig als Vortragsrednerin arbeiten. Eine Genehmigung der Bundesregierung für die neue Tätigkeit ist nicht erforderlich, da die Karenzzeit für ehemalige Bundesminister nach 18 Monaten endet. (rr)

Bleibt in New York: Annalena Baerbock. Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler
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