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Ukraine-Krieg: Russische Truppen erobern Atomkraftwerk – Nato warnt Moskau

Ukraine-Krieg: Russische Truppen erobern Atomkraftwerk – Nato warnt Moskau

Ukraine-Krieg: Russische Truppen erobern Atomkraftwerk – Nato warnt Moskau

Ukrainische Soldaten gehen in Stellung Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Emilio Morenatti
Ukrainische Soldaten gehen in Stellung Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Emilio Morenatti
Ukrainische Soldaten gehen in Stellung Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Emilio Morenatti
Ukraine-Krieg
 

Russische Truppen erobern Atomkraftwerk – Nato warnt Moskau

KIEW. Russische Truppen haben ein Atomkraftwerk nahe der ukrainischen Stadt Saporischschja eingenommen. Zuvor hätten sie die Anlage gezielt beschossen, berichtete der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij am Freitag in einer Videobotschaft.

Infolge des Angriffs war es zu einem Brand in einem Trainingsgebäude nahe dem Atomkraftwerk gekommen. Mittlerweile ist das Feuer gelöscht. Experten versuchen derzeit, eine erste Einschätzung über einen möglichen Schaden zu geben.

Kraftwerk in Ukraine wohl besser geschützt als Fukushima

Der britische Militärhistoriker David Fletcher warnte vor der Gefahr, die bei einem beschädigten Kühlungssystem droht. Ein solches Problem habe auch zur Katastrophe im japanischen Fukushima geführt. Der australische Nuklearingenieur Tony Irwin verwies jedoch auf die Unterschiede der Anlage zu denen in Fukushima und im ukrainischen Tschernobyl, wo es 2011 und 1986 schwere Atomunfälle gegeben hatte.

Das Kraftwerk in Saporischschja habe im Gegensatz zu dem in Fukushima einen separaten Wasserkreislauf für die Kühlung. Es gebe dort auch spezielle Kühlungssysteme für den Notfall. Zudem verfüge das Kraftwerk über eine besondere Schutzschicht, um eine Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. „Der Reaktor ist von einer massiven Schutzhülle aus Beton umgeben, die ihn vor Feuer zu schützt“, verdeutlichte Irwin.

Merz schließt Nato-Einsatz nicht mehr aus

CDU-Chef Friedrich Merz zieht indes ein Eingreifen der Nato in Betracht, wenn Rußland weiter gezielt Atomkraftwerke attackieren sollte. „Die Art und Weise, wie dieser Krieg geführt wird, nehmen Formen an, die zum Nachdenken zwingen“, sagte er dem NDR.

Falls Reaktoren beschädigt würden, sei Deutschland unmittelbar von den Folgen betroffen. Die Nato müsse in einem solchen Fall überlegen, ob der Krieg sich wirklich nur auf das Territorium der Ukraine beschränke und Rußlands Präsidenten Wladimir Putin gegebenenfalls stoppen.

US-Außenminister Antony Blinken betonte bei einem Treffen in Brüssel, die Nato sei eine Verteidigungsallianz und suche keinen Konflikt mit Moskau. Wenn es aber zu einem Konflikt komme, würden die USA „jeden Zentimeter des Nato-Gebiets“ verteidigen.

Russische Truppen erreichen Hafenstadt Mykolajiw

Unterdessen sind russische Truppen ins ukrainische Mykolajiw am Schwarzen Meer vorgedrungen. In Teilen der Großstadt gebe es Kämpfe, berichtete Gouverneur Vitalii Kim am Freitag.

Die ukrainische Regierung appellierte indes an die Bundeswehr, die Waffenlieferungen massiv auszuweiten. In einem Schreiben, das dem Spiegel vorliegt, bittet Kiew das deutsche Militär auch um Großgeräte wie Panzer, Kampfhubschrauber und Kriegsschiffe. Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko, bat Deutschland weiter um Unterstützung. Sein Volk kämpfe auch für deutsche Werte, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“.

Mehr als 700 Raketen nicht mehr einsatzbereit

Die Bundesrepublik könnte jedoch Probleme bei der Waffenlieferung in die Ukraine bekommen. Laut Informationen des Spiegels sind mehr als 700 der bereits zugesagten Raketen vom Typ „Strela“ nicht mehr einsatzbereit.

Deutschland wollte eigentlich 2.700 Flugabwehrraketen in das Land schicken, die aus Restbeständen der Nationalen Volksarmee der DDR stammen. Die Waffen wurden wohl in Holzkisten gelagert. Diese sollen bereits im November so verschimmelt gewesen sein, daß Soldaten das Lager nur in Schutzausrüstung betreten durften. (zit)

Ukrainische Soldaten gehen in Stellung Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Emilio Morenatti
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