Teutonisierung

In Deutschland bemängeln Sprachwissenschaftler immer wieder Anglizismen in der Sprache. Oft verbinden Kritiker den Niedergang der Kultur mit dem Verlernen der Muttersprache. Service Points und Hotlines bringen so manchen Bürger auf die Palme. Allerdings übersehen die Deutschen, daß sie nicht nur Opfer, sondern auch Täter sind. Denn in der Schweiz kommt Unruhe auf. Sprachwissenschaftler beklagen die „Teutonisierung“ ihrer Sprache — wobei Teutonisierung kein positiver Begriff ist! Dies ist eine Folge der massiven Zuwanderung von Deutschen. So führt der Fachmann Peter Heisch vom Schweizerischen Verein für deutsche Sprache im Magazin 20 Minuten aus, daß die Mundart stetig an Boden verliere. Inzwischen „parken“ Schweizer ihre Autos, die sie früher noch „parkierten“. Auch schreibt der Schweizer inzwischen „eine E-Mail“ statt „ein E-Mail“ und geht nicht mehr in die „Ferien“, sondern in den „Urlaub“. Ursache dürften allerdings weniger die Zuwanderer sein. Vielmehr macht sich der Einfluß von Kabel-TV, Zeitschriften und anderen Medien aus Deutschland bemerkbar, die dank neuer Technologien auch im letzten Dorf zu empfangen sind. Noch stemmen sich die Eidgenossen der Übernahme ihrer Sprache entgegen. Bleibt abzuwarten, ob sie Erfolg haben.

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