KÖLN. Der Geschäftsführer der Film- und Medienstiftung NRW, Walid Nakschbandi, hat im ersten Jahr seiner Amtszeit 255.000 Euro kassiert, wie aus dem Beteiligungsbericht 2024 des Landes Nordrhein-Westfalen hervorgeht. Damit erhielt der afghanische Diplomatensohn etwa so viel Geld wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), der nach Besoldungsgruppe B11 rund 250.000 Euro bezieht.
Die von Nakschbandi geleitete Filmstiftung bezuschußte unter anderem den Dokumentarfilm „Jetzt. Wohin.“ über den ehemaligen Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mit einer Summe von 75.000 Euro (JF berichtete). Besondere Brisanz erlangte der Fall, weil die Leiterin der Förderabteilung der Filmstiftung, Christina Bentlage, mit dem Produzenten des Habeck-Streifens, Christoph Friedel, zusammenlebt (JF berichtete). Bentlage entscheidet über die Vergabe eines Großteils der verfügbaren Mittel und verfügt zudem über Prokura.
Die Stiftung, die vor 35 Jahren vom damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau (SPD) und WDR-Intendant Friedrich Nowttny in Düsseldorf ins Leben gerufen wurde, verfügt über ein jährliches Förderbudget von rund 35 Millionen Euro.
Nakschbandi wird teils durch den Steuer- und Rundfunkbeitragszahler finanziert
Das Land Nordrhein-Westfalen besitzt 40 Prozent der Anteile an der Einrichtung, die sich auf die Förderung von Film, Fernsehen, Audio und Videospielen konzentriert. Zu weiteren 40 Prozent ist der Westdeutsche Rundfunk Köln beteiligt. Die restlichen 20 Prozent teilen sich zu gleichen Teilen das ZDF und RTL. Nakschbandis Gehalt wird also teils über den Medienhaushalt des Landes – also Steuergeld – und durch Beitragszahler des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mitfinanziert.
Der neue NRW-Filmstiftungschef Nakschbandi war zuvor ZDF-Produzent sowie bei der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der unter anderem die Zeit gehört. Der 57jährige trat 2024 die Nachfolge von Petra Müller an, die Ende 2023 ausschied. Müller bekam 2023 noch 241.000 Euro – also 14.000 Euro weniger als ihr Nachfolger. In beiden Vorjahren waren es noch 213.000 Euro gewesen.
Im selben Bericht wird auch die Vergütung der ehemaligen Geschäftsführerin des Grimme-Instituts genannt, an dem Nordrhein-Westfalen mit zehn Prozent beteiligt ist. Frauke Gerlach, die bis Ende April 2024 im Amt war, erhielt in den ersten vier Monaten des Jahres knapp 48.200 Euro als Festvergütung plus rund 3.000 Euro für die Altersversorgung. Für das gesamte Vorjahr 2023 belief sich ihr Einkommen auf etwa 147.000 Euro, ergänzt um 8.940 Euro für ihre Altersvorsorge. (rsz)





