BERLIN. Die Bernstein Analytics GmbH hat untersucht, auf Grundlage welcher Quellen die Künstliche Intelligenz (KI) den Nutzern ihre Antworten liefert. Dafür analysierte sie 750 Fragen und Anweisungen, sogenannte „Prompts“, zu 25 relevanten Themen aus Wirtschaft, Innen- und Außenpolitik, Kultur sowie Sport. Untersuchungszeitraum war das vierte Quartal 2025.
Insgesamt wertete das Dienstleistungsunternehmen 3.750 Antworten aus, um herauszufinden, welche Quellen ChatGPT, Gemini, Perplexity, Grok und der KI-Modus von Google nutzen. Daraus entwickelte es ein Ranking. In den Top Ten findet sich kein einziges konservatives Medium mehr. Als letzter Vertreter rutschte Welt.de heraus, verlor fünf Plätze und befindet sich nun auf Rang elf. Schon im August 2024 stellte eine neuseeländische Universitätsstudie fest, daß KI vorwiegend links ausgerichtet ist (die JF berichtete).
Ganz vorn befinden sich Tagesschau.de, Spiegel.de, Zeit.de und Deutschlandfunk.de. Die Frankfurter Rundschau liegt auf Platz sieben, die taz auf Rang neun, dazwischen zdfheute.de. Die Analyse stellte fest, daß mit Ausnahme von Elon Musks Grok alle KI-Modelle nun häufiger auf als links eingeordnete Medien zurückgreifen als im Vorquartal. Im Durchschnitt zitieren alle Angebote linke Medien (22 bis 29 Prozent) häufiger als konservative (12 bis 16 Prozent).
Chatbots nutzen Medien unterschiedlich häufig
Medien sind bei den Quellen der Chatbots zu rund einem Drittel die Grundlage der Information. Der Rest verteilt sich auf andere Webseiten. Vorn liegt Grok, das mit 40 Prozent am häufigsten Medien als Quellen nutzt – mehr als ein Drittel davon sind öffentlich-rechtliche Angebote. Auch Perplexity greift häufig auf die Inhalte von Medien zurück (31 Prozent). Weniger relevant sind Medien bei ChatGPT (23,6 Prozent), Gemini (19,7 Prozent) und dem KI-Modus von Google (19,8 Prozent).
Die Analyse stellte auch fest, daß die Antworten der KI-Modelle durch die Auswahl der Quellen zwar eine politische Tendenz bekommen, die Medien davon selbst aber kaum profitieren. Die meisten Nutzer geben sich mit den KI-Zusammenfassungen zufrieden und klicken nicht mehr auf weiterführende Links.

Der Branchendienst Horizont schreibt: „Das führt bei vielen redaktionellen Angeboten zu sinkenden Zugriffszahlen und sorgt damit für geringere Werbeeinnahmen.“ Die Erwähnungen durch Chatbots führten also nicht unbedingt zu mehr Aufrufen einer Website. Daher sperren viele Medien inzwischen ihre Webseiten für das Training und die Nutzung durch KI. Dies funktioniere aber nicht immer zuverlässig, da die Anbieter ihre KI-Bots häufig veränderten. (fh)





