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Aus für Jugendportal: „Spiegel“ wickelt „bento“ ab

Aus für Jugendportal: „Spiegel“ wickelt „bento“ ab

Aus für Jugendportal: „Spiegel“ wickelt „bento“ ab

„Bento“-Startseite: Ab Herbst nicht mehr erreichbar Fotos: Screenshot bento.de / imago images / imagebroker / JF-Montage
„Bento“-Startseite: Ab Herbst nicht mehr erreichbar Fotos: Screenshot bento.de / imago images / imagebroker / JF-Montage
„Bento“-Startseite: Ab Herbst nicht mehr erreichbar Fotos: Screenshot bento.de / imago images / imagebroker / JF-Montage
Aus für Jugendportal
 

„Spiegel“ wickelt „bento“ ab

Der „Spiegel“-Verlag stellt sein Jugendportal „bento“ ein. Betroffen von der Auflösung sind 16 Redakteure. Für sie soll ab Herbst Schluß sein. Seit knapp fünf Jahren hatte sich „bento“ mit Themen zu „Gerechtigkeit, Uni und Arbeit, Freizeit, Gefühle und Queer“ an die sogenannte Generation Hashtag gewandt.
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HAMBURG. Der Spiegel-Verlag stellt sein Jugendportal bento ein. Betroffen von der Auflösung sind 16 Redakteure. Wie der Verlag am Mittwoch mitteilte, soll bento ab Herbst durch ein neues Angebot ersetzt werden, das sich ebenfalls vornehmlich an Leser unter 30 Jahren richtet. Dieses werde zunächst mit fünf Mitarbeitern beginnen.

Der Spiegel hatte bento seit Oktober 2015 mit einer eigenen Redaktion, Website und App verantwortet. Das Portal zielte vor allem auf jüngere Leser, die sich insbesondere über die sozialen Medien informieren, die sogenannte Generation Hashtag (Meedia). Entsprechend einfach waren die Inhalte gehalten. Thematisch lag der Schwerpunkt laut Eigenbeschreibung „auf den Rubriken Gerechtigkeit (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft), Uni und Arbeit (Ausbildung, Studium, Karriere), Freizeit (Serien, Popkultur, Reisen), Gefühle (Liebe, Sex, Beziehungen, Psyche) und Queer (LGBTQ+)“.

„Weiße, privilegierte Deutsche“

Kritiker bemängelten die Beiträge auf bento häufig als naiv und einfältig oder als schrill und plakativ. Zudem setzte das Portal vor allem in der Anfangszeit eher auf Content als auf Qualität und Inhalte. Artikel über gesellschaftliche Probleme oder soziale Ungerechtigkeiten waren oft stark moralisierend oder mit empörtem Grundton verfaßt.

So mahnt das Portal in einem Beitrag zur „Black Live Matters“-Debatte zum Beispiel aktuell, eine Teilnahme an einer Anti-Rassismus-Demonstration sei noch kein Freispruch für „weiße, privilegierte Deutsche“. Wer „Black Lives Matter“ wirklich ernst nehme und danach leben wolle, müsse ein vollständig anderes Leben führen. Der dürfe „nicht so konsumieren, wie wir es tun, denn wir wissen, wie unsere Smartphones, unser Kaffee, unsere Süßigkeiten, unsere Kleidung hergestellt werden – meist von nicht-weißen Menschen. All das sind noch immer die Folgen einer kolonialisierten Welt und der Idee, daß weiße Leben irgendwie mehr Wert haben könnten als nicht-weiße.“ (krk)

„Bento“-Startseite: Ab Herbst nicht mehr erreichbar Fotos: Screenshot bento.de / imago images / imagebroker / JF-Montage
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