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„Bild“-Kampagne
 

Soldaten in Afghanistan können wieder ARD empfangen

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Foto: Peter Boudgoust Foto: Ronald Gläser

BERLIN. Die ARD wird nun doch wieder ihr Programm nach Afghanistan übertragen. Damit revidiert der Sender seine Entscheidung vom Juni 2010, als die Übertragung aus Kostengründen eingestellt worden ist. Ursache für die überraschende Wende ist eine Protestwelle von Politikern und Soldaten, die von der Bild-Zeitung losgetreten worden ist.

So hat das Blatt eine Kampagne („Das Erste ist das letzte“) gestartet. Zahlreiche Fachpolitiker mehrerer Parteien haben sich ähnlich ablehnend dazu geäußert. Beispielsweise forderte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Helmut Königshaus (FDP) „mehr Patriotismus“ von der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

Skandalöse Begründung

Als besonders skandalös wurde die Begründung der ARD für die vorübergehende Abschaltung der Übertragung kritisiert: Kosteneinsparungen. Die ARD gab den Preis für die Nutzung eines Übertragungssatelliten mit einer Million Euro an. Auf der anderen Seite kassiert der Sender GEZ-Gebühren aber auch dann von den Soldaten, wenn sie im Afghanistaneinsatz sind. Bei 4.500 Soldaten kommen so mehrere Hunderttausend Euro zusammen. Insgesamt hat die ARD ein Budget von über sechs Milliarden Euro.

Ein Angebot, die Sendungen des Ersten über Bundeswehrkanäle zu senden, hat die ARD obendrein „aus rechtlichen Gründen“ abgelehnt. Angeblich habe sie bereits seit geraumer Zeit nach einer Lösung für die „rechtlichen Probleme“ gesucht, teilte der Sender jetzt mit. Nun habe er sich zu einer „Blitzaktion“ entschlossen. ARD-Chef Peter Boudgoust sagte am Dienstag: „Was jetzt zählt ist das Ergebnis, alles andere kann später geklärt werden.“ (rg)

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