TUTTLINGEN. Die Stadt Tuttlingen hat erstmals Konfetti beim diesjährigen Fasnet-Umzug verboten. Ein Sprecher der CDU-geführten Stadt begründete diese Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mit der Sauberkeit des öffentlichen Raums. „Das Verbot wurde erlassen, weil es Jahr für Jahr Ärger mit immer größer werdenden Konfettimengen gab“, teilte der Sprecher mit. „Wenn es matschig-naß ist, kann es sein, daß das Zeug wochenlang in jeder Fuge klebt.“ Zuständig für die Reinigung ist dann der Bauhof, dieser habe im Winter bereits sehr viel zu tun.
Die Präsidentin der Tuttlinger Narrenzunft Honberger, Sonja Vogler, hält nichts von der Entscheidung der Stadt. Alle teilnehmenden Vereine des Umzugs am kommenden Samstag seien bereits informiert worden, sagte sie der Schwäbischen Zeitung. „Saubere Straßen wird es bei Umzügen nicht geben“, betonte sie.
Deutsche Umwelthilfe lobt Konfetti-Entscheidung
Auch in den sozialen Medien hatte es Empörung über die Anordnung gegeben. So schrieb etwa eine Facebook-Nutzerin: „Ja, paßt bloß auf die vielen Konfettis auf, daß ja nix auf der Straße liegt. Aber wie es unter dem Jahr auf den Straßen in Tuttlingen aussieht, interessiert niemanden, da liegt alles rum. Becher, Papier, Unrat und vieles mehr, sogar neben den Mülleimern.“ Weitere Kommentare äußerten sich ähnlich.
Mit Blick auf die Kritik teilte der Sprecher der Stadt mit, die Verantwortlichen hätten gedacht, „das ist kein großes Ding“, denn in anderen Kommunen gebe es diese Regelung bereits. Außerdem sei Konfetti bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet ohnehin nicht Tradition.
Die Deutsche Umwelthilfe äußerte sich dagegen positiv zu dem Verbot. Konfetti sei „ein ernstzunehmendes Umweltproblem“, teilte eine Sprecherin mit. Vor allem Plastik- und Glitzermaterialien blieben als Mikroplastik lange in der Umwelt, im Gewässer und damit auch im Essen der Menschen. Auch Papierkonfetti könne wegen der enthaltenen Farbstoffe gesundheitsschädigend sein. (st)






