PADERBORN. Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg hat beim entscheidenden Relegationsspiel am Dienstagabend nur einen einzigen deutschen Spieler aufgeboten. Als der Abstieg nach 120 durch das 1:2 in Paderborn feststand, war sogar kein einziger mehr auf dem Platz. Denn der in München geborene Dzenan Pejcinovic wurde in der 98. Minute ausgewechselt.
Insgesamt setzte Trainer Dieter Hecking an diesem denkwürdigen Abend 16 Spieler ein, weil er während der in die Verlängerung gegangenen Partie fünf Spieler von der Reservebank brachte. Aber unter den eingewechselten Wolfsburgern war kein einziger Deutscher. Bei der Live-Übertragung auf Sky war von diesem selbst für die Bundesliga ungewöhnlichen Umstand über die gesamte Spielzeit keine Rede.
Der vom ebenfalls tief in der Krise steckenden Volkswagen-Konzern (JF berichtete) finanzierte Klub muss nach dem Aufstieg vor 29 Jahren erstmals aus der Bundesliga absteigen. Nach 34 Spieltagen hatte der Verein mit der mageren Ausbeute von 29 Punkten gerade noch den 16. Tabellenplatz erreicht und musste in die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten SC Paderborn. Das Hinspiel hatte 0:0 geendet. Damit stand fest: Wer am Dienstagabend gewinnt, bleibt im Fußball-Oberhaus oder steigt dorthin auf.
Pejcinovic bringt Wolfsburg in Führung
Der einzige Deutsche, Dzenan Pejcinovic, hatte die Wolfsburger bereits nach drei Minuten in Führung gebracht. Doch nach dem frühen Platzverweis gegen den Dänen Joakim Maehle musste der VfL ab der 14. Minute in Unterzahl spielen. Die beiden Deutschen Filip Bilbija (39. Minute) und Laurin Curda (100.) drehten das Spiel zugunsten des Zweitligisten, der das dritte Mal nach 2014 und 2020 in die Bundesliga aufsteigt. Nach den anderen beiden Aufstiegen war der sofortige Wiederabstieg gefolgt.

Am gestrigen Abend standen beim SC Paderborn zehn deutsche Spieler in der Startelf. Einziger Ausländer war der US-Kolumbianer Santiago Castaneda. Die fünf eingewechselten Spieler waren alle Deutsche, so dass unter dem Strich 15 Deutsche und ein Ausländer den Aufstieg perfekt machten – genau das umgekehrte Verhältnis im Vergleich zum Gegner aus Niedersachsen. (fh)





