AfD Alternative für Deutschland Wahlkampagne
FC St. Pauli - VfB Stuttgart
Ein Fan zündet einen Bengalo bei der Zweitliga-Partei FC St. Pauli gegen VfB Stuttgart (Archivsbild) Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius

Wahlempfehlung gegen AfD
 

VfB-Sportchef zündet Haltungs-Pyro

Sportlich ist der VfB-Stuttgart in die aktuelle Bundesliga-Saison bislang eher durchwachsen gestartet. Nach einem fulminanten 5:1-Auftaktsieg gegen Aufsteiger Greuther Fürth folgte für die Schwaben eine empfindlich 4:0-Klatsche gegen Borussia Dortmund sowie eine knappe Niederlage gegen den badischen Rivalen aus Freiburg.

Vor dem vierten Spieltag rangiert der VfB tabellarisch deshalb auch nur im hinteren Mittelfeld. Haltungsmäßig dagegen möchten die Stuttgarter in der moralischen Königsklasse ganz nach vorne aufschließen – und da ist das richtige Zeichen gegen Rechts natürlich Pflicht.

Nachdem bereits Nationalspieler und Bayern-Profi Leon Goretzka seine ablehnende Meinung zur AfD äußerte und auch Real-Madrid-Legionär Toni Kroos vor der Wahl der Partei warnte, wollte VfB-Sportchef Sven Mislintat ebenfalls seinen politischen Senf abseits der Stadionwurst zum Besten geben.

„Wäht sie nicht!“

„Man kann es nicht oft genug sagen: Rassismus und Rechtspopulismus sind keine Alternative für Deutschland“, schrieb Mislintat auf Instagram und forderte: „Also wählt sie auch nicht!“ Für seine rund 4.700 Abonnenten hatte der Sportchef, der auf dem Kanal stolz ein VfB-Regenbogen-Trikot präsentiert, gleich noch die Top11-Playlist seiner Lieblingssongs „gegen Rechts“ parat. Die Düsseldorfer Punk-Pop-Combo „Tote Hosen“ durfte dabei natürlich nicht fehlen.

 

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Ob das den „Verein für Bewegungsspiele“, wie der fünfmalige Deutsche Meister aus Bad Cannstatt offiziell heißt, auch in der Tabelle nach oben bringt, wird sich am Wochenende zeigen. Da treffen die Stuttgarter auf die Eintracht vom Main.

Die SGE befindet sich derzeit auf Platz 14 direkt hinter dem VfB. Doch nicht nur die Tabellenplätze verbinden Schwaben und Hessen, auch beim „Kampf gegen Rechts“ stehen Sportdirektor Mislintat und Eintracht-Präsident Peter Fischer in der gleichen Kurve. Letzterer wird nicht müde, sich seines ewigwährenden Engagements für Toleranz und Vielfalt zu rühmen. Im Gegensatz zu Mislintat beließ es Fischer allerdings nicht nur bei Wahlwarnungen, sondern erklärte gleich freimütig, daß niemand, der für die AfD stimme, Mitglied von Eintracht Frankfurt sein könne.

Man darf also gespannt sein, ob Fischer und Mislintat sich am Sonntag vor Begeisterung gegenseitig mit La-Ola-Wellen und Fangesängen im Frankfurter Stadion huldigen. Der Fußball selbst ist dann auch nur noch Nebensache. Sieg, Unentschieden oder Niederlage: Wenn auf der VIP-Tribüne die Haltungs-Pyro gezündet wird, ist das Ergebnis auf dem Platz dann schon fast egal.

Ein Fan zündet einen Bengalo bei der Zweitliga-Partei FC St. Pauli gegen VfB Stuttgart (Archivsbild) Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius
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