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Abstammungsprinzip
 

Deutsche Burschenschaft entschärft Streit um Abstammungsprinzip

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Wappen der Deutschen Burschenschaft Foto: DB

EISENACH. Die Deutsche Burschenschaft (DB) hat den verbandsinternen Streit um die Regelung zur Aufnahme von Mitgliedern entschärft. Der Rechtsausschuß der DB habe am Mittwochabend ein Rechtsgutachten verkündet, nach dem künftig jeder männliche Student Mitglied einer zur DB gehörenden Burschenschaft werden könne, der deutscher Abstammung sei oder über die deutsche Staatsangehörigkeit verfüge und sich zur deutschen Kultur bekenne, sagte der Pressesprecher des Verbands, Michael Schmidt, der JUNGEN FREIHEIT.

Ein bis dahin gültiges Gutachten des Rechtsausschusses hatte dagegen den Schwerpunkt auf das Abstammungsprinzip gelegt. Das neue Gutachten solle dem Burschentag am Donnerstag in Eisenach zur Kenntnis vorgelegt werden und gelte damit ab sofort.

Raczeks ziehen Anträge zurück

Laut Schmidt zog zudem die „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ ihre beiden Anträge zurück, die im Vorfeld der Verbandstagung intern für heftige Diskussionen gesorgt hatten. Die Raczeks hatten in einem Antrag gefordert, die Mannheimer Burschenschaft Hansea aus der DB auszuschließen, weil diese einen chinesischstämmigen Studenten mit deutscher Staatsangehörigkeit aufgenommen hatten.

Zudem forderten die Raczeks, die Abstammung zum zwingenden Kriterium für die Aufnahme in eine der DB angehörenden Burschenschaft zu machen. Über die beiden Anträge sei am Mittwoch in Eisenach lebhaft und emotional diskutiert worden, sagte Schmidt. Am Ende seien die Raczeks dann wohl zur Einsicht gelangt, ihre Anträge zurückzuziehen.

Jusos fordern Parteiausschluß von Burschenschaftern

Die Jusos forderten dennoch am Donnerstag, Mitglieder der Deutschen Burschenschaf aus der SPD auszuschließen. „Aus meiner Sicht ist die Deutsche Burschenschaft ein rassistischer Verband, der eine biologistische Diskussion führt“, sagte Juso-Chef Sascha Vogt Spiegel Online. „Das hat mit den Grundwerten der SPD nichts zu tun.“

Gemeinsam mit dem Sprecher der SPD-Arbeitsgruppe „Strategien gegen Rechtsextremismus“, Sönke Rix, rief Vogt daher den Parteivorstand dazu auf, die Mitgliedschaft in einer DB-Verbindung mit der Mitgliedschaft in der SPD für unvereinbar zu erklären. Ein ähnliches Vorhaben der Jusos war 2006 an der fehlenden Mehrheit im SPD-Vorstand gescheitert. (krk)

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