Fahrt mit dem Auto abends über die Argentinische Allee Richtung Mexikoplatz im Südwesten Berlins. Noch ist die Straße bei leichtem Schneetreiben hell erleuchtet, links und rechts Wohnhäuser der Bruno-Taut-Siedlung mit hellen Fenstern und Resten glitzernder Weihnachtsdeko. Plötzlich wird es stockdunkel. Im Rückspiegel verschwinden die Lichter. Wüßte man es nicht besser, man wähnte sich auf einsamer Landstraße in einem Brandenburger Kiefernwald bei Nacht. Doch wir fahren durch ein dichtes Wohngebiet, in dem der Strom ausgefallen war. Nach einem linksterroristischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal (JF berichtete).
Es sind Freunde, Autoren, Mitarbeiter betroffen und auch viele JF-Leser. Viele verlassen ihre Wohnungen, kommen bei Verwandten und Bekannten unter. Meist bleibt wenigstens einer zurück und harrt zwischen langsam auskühlenden Wänden aus, um Einbrecher abzuwehren. Wir sind Zeugen eines der größten Blackouts in der Geschichte der Bundesrepublik.
Ich selbst habe mit meiner Familie „Riesenschwein“ gehabt. Wir leben 200 Meter jenseits des Blackout-Gebietes. Zweihundert Meter, die Wärme und Licht von Kälte und Dunkelheit trennen. Fassungslosigkeit und Wut wachsen jetzt von Tag zu Tag in Berlin.
Lichtblick ist die enorme Hilfsbereitschaft im Land
Wir leben in der Hauptstadt Deutschlands, einer führenden Industrienation. Von was für Dilettanten werden wir eigentlich regiert? Was sind das insbesondere in der Berliner Landesregierung – an der Spitze der völlig überforderte Regierende Bürgermeister Kai Wegner von der CDU – für viertklassige Gestalten? Wie viele schwere Brandanschläge linker Terrorgruppen sind eigentlich noch nötig? Damit der Schmusekurs mit „linken Aktivist:innen“ und einem staatlich mit Steuermillionen alimentierten NGO-Milieu aufhört und Sicherheitsbehörden sich dem tatsächlich staatsgefährdenden Extremismus von links widmen? Und endlich die Infrastruktur krisenfest machen. Das Stromnetz einer Hauptstadt ohne Redundanzen! Es ist nicht zu fassen!
Zum Glück sind im Herbst Wahlen in Berlin. Doch bislang hat eine breite Mehrheit stets Berliner Politiker und Parteien im Amt bestätigt, die die Stadt systematisch heruntergewirtschaftet haben.
Wohl dem übrigens, der für solche Krisen – oft als „Prepper“ belächelt – vorgesorgt hat. Lichtblick ist bei allem die riesige Hilfsbereitschaft unter Nachbarn und Bürgern, der Einsatz von Freiwilligen bei THW, Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Berlin hat schon völlig andere Katastrophen überlebt. Dies wird uns in diesen Tagen wieder bewußt.





