Das Elend der deutschen Sozialdemokratie hat viele Gesichter. Besonders erfreulich anzuschauen ist keines davon. Wenige jedoch haben ihre verbliebene Restwählerschaft so gründlich und frontal vor den Kopf gestoßen, wie es die Co-Parteivorsitzende Bärbel Bas und ihre Amtsvorgängerin Saskia Esken mit ihren letzten öffentlichen Auftritten fertiggebracht haben.
Letztere hat sich in „antifaschistischem“ Furor aus der Versenkung zurückgemeldet, um mit unerbittlicher Zerstörungswut gegen den Netzjournalisten Ben Berndt zu Felde zu ziehen. Der hatte es gewagt, in seinem Interviewformat den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke mehrere Stunden lang „ungeskriptet“ und ohne aufgesetzten inquisitorischen Entlarvungseifer zu Wort kommen zu lassen.
Ich soll bald auf der Straße schlafen, sagt die Regierung. #pressefreiheit pic.twitter.com/D7iKU0Phhs
— Ben Berndt (@benungeskriptet) May 6, 2026
Einen nicht genehmen Journalisten durch Werbeboykott und Totalblockade wirtschaftlich vernichten – mit dieser Scharfrichter-Attitüde verkörpert Saskia Esken, die bei anderer Gelegenheit die Affinität weiter Teile ihrer Partei zur stalinistischen „Antifa“-Ideologie schon mal freihändig und faktenfrei bis ins Gründungsjahr der Sozialdemokratie zurückverlängert hat, das unangenehme, autoritäre Gesicht der heutigen SPD: den unausrottbaren linken Drang, abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen und Andersdenkende aus der Gesellschaft zu entfernen.
Bas’ Aussage zu Migranten ist offensichtlich falsch
Eine andere Abschreckung präsentiert die aktuelle Co-Parteichefin Bärbel Bas: das Bild einer ewig missmutigen Funktionärin, die jegliche Realität außerhalb der geschlossenen Welt des eigenen Apparates ausblendet, unerwünschte Fakten mit ideologisch gestählter Verbissenheit ignoriert und die Wirklichkeit durch entschlossenes Leugnen von sich fernhält, sobald diese den eigenen Dogmen widerspricht.
„Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“: Dieses in wenigen Worten geronnene Zeugnis sozialdemokratischer Realitätsverweigerung (JF berichtete) dürfte neben anderen ikonischen Sätzen wie „Die Rente ist sicher“, „Wir schaffen das“ oder „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ in die Geschichtsbücher eingehen.
Die apodiktische Behauptung der Fachministerin und SPD-Chefin ist so offensichtlich falsch, dass der mediale Gegenwind, der ihr die Fakten um die Ohren schlug – den exorbitant hohen Anteil von Asylzuwanderern aus den Hauptherkunftsländern am Bezug von Sozialleistungen, die explodierenden Ausgaben für das „Bürgergeld“, von dem inzwischen jeder zweite Euro an ausländische Staatsbürger geht – zwischenzeitlich Orkanstärke erreicht hat.
Trotz Negativrekorden diktiert die SPD die Politik
Das belegt nicht nur, wie fanatisch sich die sozialdemokratische Führungsriege in der jeglicher Realität entrückten Parallelwelt linken Sektierertums eingemauert hat. Es ist auch ein unübersehbares Signal, dass die linke Deutungsmacht, die in den unkontrolliert über die deutschen Grenzen marschierenden Migrantenströmen ausschließlich „Schutzsuchende“ oder aber „Fachkräfte“ erkennen will und jegliche wirksame Einschränkung dieses Zustroms verweigert, unaufhaltsam im Schwinden begriffen ist.
Mit dem Widerspruch von außen wächst die ideologische Verbohrtheit, mit der Dogmatiker wie Bas an der längst widerlegten Legende von den unbedingt schutzbedürftigen „Geflüchteten“, den dringend benötigten „Fachkräften“ und der Unantastbarkeit des umverteilenden Sozialstaats festhalten. Tatsächlich glaubt die linke Nomenklatura der SPD auch deshalb, alle Widerstände ignorieren zu können, weil sie längst Opfer ihres eigenen taktischen Erfolgs geworden ist.
Obwohl ihre Wahlergebnisse von einem Negativrekord zum nächsten abstürzen und sie nominell nur Juniorpartner in einer Koalition der Abgestraften ist, die den Zusatz „groß“ schon lange nicht mehr verdient, diktiert sie die Regierungspolitik. Ihr Parteichef Lars Klingbeil, der sich mit dem an sich bedeutungslosen Titel „Vizekanzler“ schmückt, erscheint faktisch als Inhaber der Richtlinienkompetenz gegenüber dem schwachen Unions-Erfüllungskanzler Friedrich Merz.
Die Sozialdemokraten müssen nach rechts
Die SPD-Führung glaubt sich das erlauben zu können, weil sie sich hinter dem zur informellen Staatsraison erhobenen Dogma der „Brandmauer“ unantastbar fühlt. Solange jeder alternative Politikansatz mit dem Kirchenbann „rechts“ markiert werden kann, verfügt die politische Linke faktisch über eine Regierungsbeteiligungsgarantie. Zusätzlich abgesichert glaubt sich die Machtmaschine SPD durch die Wirtschafts- und Medienmacht ihres Parteikonzerns und durch ihre Machtposition in den Institutionen, die sich der Parteienstaat zur Beute gemacht hat.
Mit der Wirtschafts- und Finanzkrise, die das von ihr vorangetriebene Karussell aus steigenden öffentlichen Ausgaben, Staatsschulden und Umverteilung ausgelöst hat, stößt diese Herrschaftsstrategie allerdings an ihre Grenzen. Die Kehrseite ist nämlich, dass die SPD ihre traditionelle Wählerschaft und ihren Status als Arbeiterpartei verloren hat, weil es gerade diese Klientel ist, die sie zur Steigerung ihrer Umverteilungsmacht enteignet und verarmt. Das Kalkül, die Wählerschaft durch beschleunigte Einbürgerung importierter Transferempfänger auszutauschen, ist ebenfalls noch nicht aufgegangen.
Mit einer Spende unabhängigen Journalismus unterstützen.Während an der Parteispitze der linke Sektenglaube sich dogmatisch einmauert, steigt an der lokalen und regionalen Basis die Untergangsfurcht. Nicht nur die Landräte und Bürgermeister der SPD – es werden mit jedem Wahlgang weniger – stellen sich gegen die Realitätsverleugnung ihrer Parteichefin. Auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, eine der letzten, flüchtet im verzweifelten Bestreben, ihr Amt doch noch zu retten, in den offenen Widerspruch.
Reichen wird das wohl nicht. Denn um wieder Wahlen zu gewinnen, müsste die SPD sich dorthin wenden, wo aus ihrer Perspektive ihre früheren Wähler stehen: nach rechts. Dafür hat sie aber nicht im entferntesten mehr das Personal, das einen solchen Kurswechsel glaubwürdig verkörpern könnte. Wir erleben gerade die letzten Tage der deutschen Sozialdemokratie. Die Schicksalsfrage ist, ob sie ihren Untergang noch so lange hinauszögern kann, dass sie das ganze Land mit in den Abgrund reißt.








