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Familienministerin, „Z“ und Mario Barth im Zug: Kaisers royaler Wochenrückblick

Familienministerin, „Z“ und Mario Barth im Zug: Kaisers royaler Wochenrückblick

Familienministerin, „Z“ und Mario Barth im Zug: Kaisers royaler Wochenrückblick

Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
Familienministerin, „Z“ und Mario Barth im Zug
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Die Grünen haben am Donnerstag mit Lisa Paus die Nachfolgerin von Anne Spiegel als Familienministerin präsentiert. Die 53jährige erfüllt alle Kriterien, die man in ihrer Partei für ein solches Amt erfüllen muß. Sie ist eine Frau, steht politisch Linksaußen und ist in dem Ressort, das sie künftig leiten soll, weitgehend fachfremd. Paus ist also geradezu die Idealbesetzung als Nachfolgerin einer Ministerin, die eigentlich schon durch die Lücke, die sie hinterlassen hat, voll und ganz ersetzt gewesen wäre. Schaut man sich die Schwerpunkte an, die die Neue im Familienministerium setzen will, dürfte sie eher so etwas wie eine Antifamilienministerin werden.

Ihre eigentliche Hauptaufgabe hat die linksgrüne „Finanzexpertin“ in ihrer Eigendefinition des Amts erst einmal nach hinten gesetzt. Statt, wie offiziell eigentlich vorgesehen, die Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sein zu wollen, spricht Paus lieber vom Ministerium für „Frauen, Senioren, Familie und Jugend“. Sie bleibe auch im Amt „eine klare Feministin und wolle die strukturelle Benachteiligung von Frauen beenden, so die Vertreterin des linken Flügels der Grünen. Besonders betonte sie dabei, die von der Ampel beschlossene Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen. Zudem will sie das S im Kürzel des Ministeriums (BMFSFJ) lauter aussprechen.

Dieses wird der künftigen Ministerin bislang „oft zu leise ausgesprochen“. Bei dieser Neubetonung geht es nicht, wie manch einer vielleicht befürchten wird, um die neuste Variante aus dem Lexikon des Gender-Gagas. Immerhin! Die Politikerin will mit dem weniger stummen „S“ die Seniorenpolitik als einen ihrer Schwerpunkte unterstreichen. Als weitere Hauptaufgaben nannte die neue Familienministerin alles außer der traditionellen Familie. Etwa die Verbesserung der Lage von Alleinerziehenden und die weitere Umsetzung des sogenannten „Demokratiefördergesetz“. Zumindest dieser letzte Schwerpunkt ihrer Agenda weckt in mir die leise Vorfreude auf den ersten öffentlichen Schlagabtausch zwischen dem neusten Mitglied des Bundeskabinetts und dem milliardenschweren Verteidiger der Meinungsfreiheit, Elon Musk, auf Twitter. 

Muss das „Z“ aus dem Alphabet gestrichen werden?

Während das „S“ auf höchster politischer Ebene in Zukunft stärkere Beachtung finden soll, wird das „Z“ immer mehr zum Lord Voldemort des deutschen Alphabets. Nachdem der Buchstabe als Symbol für den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auf politischen Kundgebungen bereits als Straftat eingeordnet werden kann, gehen jetzt immer mehr Städte dazu über, das „Z“ bei Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen in ihren KFZ-Stellen nicht mehr zu vergeben. Die dafür zuständigen Behörden selbst werden das „Z“ aber wohl bis auf Weiteres erst einmal weiter in ihrem Namen tragen. Zumindest, solange bis der ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj diese halbgare Solidarität Deutschlands anprangert und die komplette Streichung des „Z“ aus dem öffentlichen Sprachgebrauch der Deutschen fordert.  

Auch auf der Schiene geht es in diesen Tagen weiterhin sehr politisch zu. Mario Barth ist deshalb kürzlich gar aus dem Zug geflogen. Grund: Der Comedian soll gegen die dort noch immer herrschende Maskenpflicht verstoßen haben. Daß Neid häßlich macht, wußten wir ja schon lange. Nun ist klar: Neid macht offensichtlich auch ziemlich humorlos. Der Neidhammel, der den Erfolgs-Komiker von der Polizei (!) aus der ersten Klasse eines ICE hat eskortieren lassen, hatte manch anderem neidzerfressenen Blockwart gegenüber den Vorteil, daß er als Zugbegleiter in einer – wenn auch jämmerlichen – Machtposition war. Diese erlaubte es ihm, all seine, in vermutlich vielen grauen Berufsjahren angestaute Mißgunst gegenüber einem der Leute, denen er sonst als Service-Kraft dienen muß, regelkonform herauszulassen. Corona und dem Hausrecht der Deutschen Bahn sei Dank! Das Hoheitsgebiet der Deutschen Bahn gehört nämlich offenbar nur dem Namen und allenfalls noch der Mentalität nach zu Deutschland.

Kennste, kennste?

Ansonsten aber herrschen dort eigene Gesetze. So gilt in den Zügen des Pseudo-Privatunternehmens auch weiterhin die eigentlich abgeschaffte Maskenpflicht. Wer sich nicht an diese hält, bekommt es eben mit rabiaten Schaffnern und der Polizei zu tun. Mario Barth erklärte nach dem Vorfall in einem Video, daß er die Maske lediglich abgenommen habe, um etwas zu trinken. Aber sogar das scheint bei der Deutschen Bahn, selbst in der 1. Klasse, inzwischen ein Luxus zu sein, der einem von den Wärtern des Gesundheitskollektivs verweigert wird. Die Bahn kommentierte das Social-Media-Video des TV-Entertainers zu dem Vorfall mit den Worten: „Maskenpflicht in unseren Zügen, kennste kennste?“ Was offenbar nach Mario Barth selber klingen sollte, hatte hier eher den autoritätsgeilen Sound, der unlustigen Staats-Clowns von der „heute Show“. Auch diese wollen ja, spätestens seit Corona, immer noch ein bißchen mehr Staatsmacht sein, als der Staat selbst. Im wahrsten Sinne des Wortes – frei nach Mario Barth – kann man, jeder einzelnen dieser traurigen Witzfiguren, daher auch nur entgegenrufen: „Das Grundrecht auf Selbstbestimmung… Kennste, kennste?“ 

Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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