Ab in die Mitte!

Der Kampf um das Zentrum gegen Vertreibungen (ZgV) nimmt kein Ende. Welche Widerstände hatte Vertriebenen-Chefin Erika Steinbach zu überwinden: die maßlose Verunglimpfung in Polen, die Versuche hierzulande, das ZgV durch Konkurrenzvorschläge auszumanövrieren, die Feindschaft der Bundesregierung und des Berliner Senats, der jetzt bedauert, daß man gegen die nun gefundene private Lösung „nichts ausrichten“ könne. Wie gefährlich diese Gegnerschaft der Politik ist, hat das Schicksal anderer Vertriebenen-Projekte, des Arbeitskreises Deutsche Zwangsarbeiter oder der Preußischen Treuhand, ebenso bewiesen wie die Zerstörung des Mauermahnmals am Checkpoint Charlie. Endlich ist ein Standort gefunden, eine ehemalige katholische Kirche in Berlin, da kündigt Kardinal Sterzinsky an, das Projekt verhindern zu wollen, sollten ihm die Inhalte nicht akzeptabel erscheinen. Ob Sterzinsky dabei die Political Correctness oder das Wohl seiner Glaubensbrüder in Warschau am Herzen liegt, ist unklar, jedenfalls nicht das Wohl der Vertriebenen. Aber selbst wenn Steinbach siegt, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich das ZgV dann zwar im Bezirk Mitte, aber dennoch weitab der Touristenströme und vor allem der historischen und politischen Mitte Berlins befindet, die das Bewußtsein der Nation prägt. Der Standort macht klar, das Zentrum ist nur ein Museum, die Vertreibung nur ein Ereignis unter vielen. Tatsächlich aber gehört sie ins Zentrum unserer Erinnerung und das ZgV ins Zentrums Berlins.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles