Mögliche Anschlagspläne

Flughäfen ausgespäht: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Beschuldigte

STUTTGART. Im Zusammenhang mit den Ausspähversuchen am Flughafen Stuttgart und am Pariser Flughafen Charles de Gaulle hat die Polizei mehrere Objekte in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt laut Nachrichtenagentur dpa wegen Verdachts auf Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen vier Beschuldigte.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte am Freitag vormittag, die Aufmerksamkeit sei an allen Flughäfen erhöht worden. „Aber wir haben jetzt keine darüber hinausgehenden Erkenntnisse bei anderen Flughäfen, wie wir sie in Stuttgart und Teilen Frankreichs haben. Im Übrigen wäre es auch unklug, allzu viel darüber zu reden.“

Stattgefunden haben sollen die möglichen Ausspähungen Mitte Dezember. Zwei Mal seien junge Männer dabei gefilmt worden, wie sie sich ohne Reisegepäck und ohne einen Flug anzutreten an der Sicherheitsschleuse des Stuttgarter Flughafens aufgehalten haben. Laut Tagesspiegelsetzte die Bundespolizei daraufhin die Spezialeinheit BFEplus ein.

Hinweis auf Anschlagspläne von ausländischem Geheimdienst

Die Bundespolizei verschärfte seitdem die Kontrollen an deutschen Flughäfen. „Die Einsatzkräfte an allen Verkehrsflughäfen im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei sind entsprechend sensibilisiert“, sagte ein Sprecher des Bundespolizeipräsidiums Potsdam der Bild-Zeitung. Der ARD zufolge kam der ursprüngliche Hinweis vom marokkanischen Geheimdienst. Demnach seien Personen in Europa unterwegs, um im deutsch-französischen Grenzgebiet einen Selbstmordanschlag an einem Flughafen zu begehen. Der Hinweis sei konkreter als üblich gewesen und enthielt Namen der Verdächtigen sowie überprüfbare Zusatzinformationen.

Zeitgleich hatten zwei Personen am 13. Dezember im Terminal des Pariser Flughafens Fotos gemacht und fuhren dann in einem Transporter mit deutschen Kennzeichen weg, berichtete das ZDF und sein amerikanischer Partnersender NBC. Der Transporter mit Aachener Kennzeichen gehört laut Staatsanwaltschaft einem Salafisten marokkanischer Herkunft, der mehrere ähnliche Fahrzeuge besitzt und den Sicherheitsbehörden bekannt ist. An der Ausspähaktion in Stuttgart war demnach sein Sohn beteiligt. (ls)

Polizisten am Frankfurter Flughafen: Präsenz erhöht Foto: picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

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