Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) Foto: picture alliance / dpa
Mädchen würden Erbansprüche verlieren

Integrationsbeauftragte will Kinderehen nicht generell verbieten

BERLIN. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat sich in der laufenden Debatte um Kinderehen gegen ein allgemeines Verbot ausgesprochen. „Ein pauschales Verbot von Ehen von Minderjährigen ist zwar vielleicht gut gemeint, kann aber im Einzelfall junge Frauen ins soziale Abseits drängen“, sagte sie der Funke-Mediengruppe.

„Werden ihre Ehen aberkannt, verlieren sie unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde das sogar eine Rückkehr in ihre Heimatländer unmöglich machen.“

Mit ihrer Kritik an einem generellen Verbot stellte sich Özoguz hinter Justizminister Heiko Maas (SPD) und gegen die Union, die Eheschließungen unter 18 Jahren ausnahmslos verbieten will – auch für deutsche Jugendliche.

Scharfe Kritik aus der Union

Die Union kritisiert die Äußerungen der SPD-Politikerin. Das Argument, junge Frauen würden bei Aberkennung ihrer Ehe ins soziale Abseits gedrängt, sei „bekannt, aber unbeachtlich“, sagte der Justiziar der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), dem Handelsblatt.

„Sollten durch die Annullierung finanzielle Folgeprobleme auftreten, sind diese in unserem Sozialstaat lösbar. Keinesfalls darf dies die Aufrechterhaltung einer widernatürlichen Kinderehe legitimieren.“

AfD fordert Abberufung von Özoguz

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland forderte die Abberufung von Özoguz. „Es ist absurd, daß sich just die Integrationsbeauftragte Özoguz für Kinderehen ausspricht. Kinderehen sind nichts weiter als Vergewaltigung von Minderjährigen und ein Hindernis für die Integration in unsere Gesellschaft.“

Özoguz habe anscheinend nicht verstanden, daß Integrieren bedeutet, sich in etwas einzufügen. „Die Menschen, die zu uns kommen, haben unsere Gesetze und Werte zu achten und sich an die gesellschaftlichen Spielregeln zu halten.“

Zuwanderern aus „reinem Gutmenschentum“ heraus zu gestatten, „ihre schädlichen, illegalen Bräuche hier in Deutschland weiter zu praktizieren“ sei „absolut kontraproduktiv“ und habe mit Integration nichts zu tun. (gb)

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) Foto: picture alliance / dpa

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