SPD-Mann nicht mehr im Landtag

„Endstation Rechts“ und „Storch Heinar“ vor der Pleite

SCHWERIN. Zwei SPD-Initativen gegen Rechtsextremismus stehen vor dem Aus. Grund dafür seien personelle und finanzielle Schwierigkeiten bei dem Internetportal „Endstation Rechts“ und dem Satireprojekt „Storch Heinar“, berichtet die Ostsee Zeitung.

Beide Projekte sind laut eigenen Angaben vor zehn Jahren von der SPD und den Jungsozialisten in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen worden – „als Reaktion auf den drohenden Einzug der NPD in den Landtag“, sagte der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Julian Barlen.

Verantwortlicher meldet Arbeitslosigkeit an

Barlen hatte bei der Wahl im September den Einzug in den Landtag verpaßt. Damit steht nun auch der Zuständige für „Endstation Rechts“, Marc Brandstetter, ohne Arbeit dar. Er war Wahlkreis-Mitarbeiter von Barlen. „Ich habe mich gestern arbeitslos gemeldet“, bestätigte Brandstetter.

„Storch Heinar“, unter dessen Label auch Klamotten verkauft werden, ist mehrfach ausgezeichnet worden. Unter anderem erhielt das Projekt den Europäischen Bürgerpreis 2016 und den Publikumspreis des Deutschen Engagementspreises 2012. Auf Facebook verfolgen rund 110.000 Nutzer die Initiative.

Die beiden Projekte seien immer schon über das Ehrenamt getragen worden. Allerdings hätten weniger hauptamtliche Mitarbeiter der SPD auch weniger Zeit für Ehrenamtliches hätten, monierte Brandstetter. Der für die Seite verantwortliche SPD-Landesgeschäftsführer Marcus Unbenannt sagte der Zeitung: „Das Projekt ist vorwiegend spendenfinanziert worden.“ Er gehe davon aus, daß dies auch zukünftig so sein wird.

AfD fordert SPD-Fraktion zur Klarstellung auf

Es ist schon auffällig, daß hier das Geld kurz nach der Landtagswahl und dem Nichteinzug von Julian Barlen in das Parlament auszugehen scheint“, kritisierte AfD-Landes- und Fraktionschef Leif-Erik Holm gegenüber der JUNGEN FREIHEIT.

Die SPD-Landtagsfraktion forderte er auf, zügig klarzustellen, „daß hier in den vergangenen Jahren keine Landtagsmittel zur Finanzierung des Parteiprojekts mißbraucht wurden“. (ls)

„Storch Heinar“ Anfang September im mecklenburgischen Warnemünde Foto: dpa

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