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Migrationspolitik: 33 ausreisepflichtige Migranten und 75 Polizisten im Abschiebeflug für 518.000 Euro

Migrationspolitik: 33 ausreisepflichtige Migranten und 75 Polizisten im Abschiebeflug für 518.000 Euro

Migrationspolitik: 33 ausreisepflichtige Migranten und 75 Polizisten im Abschiebeflug für 518.000 Euro

Abschiebeflug: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hält Abschiebungen nach Syrien derzeit für unmöglich
Abschiebeflug: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hält Abschiebungen nach Syrien derzeit für unmöglich
Oft scheitert die Abschiebung von Migranten aus Deutschland. Wo es klappt, wird es dafür schnell sehr teuer. Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa
Migrationspolitik
 

33 ausreisepflichtige Migranten und 75 Polizisten im Abschiebeflug für 518.000 Euro

Deutschland schiebt weniger ab, als ausreisepflichtige Ausländer freiwillig ausreisen. Rund 9.000 Abschiebungsversuche scheitern zudem im ersten Halbjahr – trotz Millionenaufwand für Rückführungen.
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BERLIN. Ein Abschiebeflug von Leipzig/Halle nach Pakistan hat die Behörden im Mai rund 518.000 Euro gekostet. An Bord der Maschine befanden sich 33 ausreisepflichtige Personen – begleitet von 75 Bundespolizisten. Damit war der Charterflug im ersten Halbjahr 2026 der teuerste Sammelabschiebungsflug in der Geschichte Deutschlands.

Finanziert wurde der Flug von der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Zwei Abschiebeflüge nach Afghanistan im April und Juni schlugen dagegen jeweils mit mehr als 300.000 Euro zu Buche, ohne dass Frontex die Flugkosten übernahm.

Für mehrere ebenfalls von Frontex unterstützte Flüge nach Nigeria und andere afrikanische Staaten lagen die Kosten jeweils bei rund 400.000 Euro. Hinzu kamen im ersten Halbjahr 5,93 Millionen Euro für die Sicherheitsbegleitung von Rückführungen. Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Insgesamt wurden von Januar bis Juni 9.663 Menschen aus Deutschland abgeschoben. Damit sank die Zahl gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 18,2 Prozent. Gleichzeitig scheiterten rund 9.000 weitere Abschiebungsversuche.

Tausende Abschiebungen scheitern

Deutlich mehr Ausreisepflichtige verließen Deutschland auf eigene Initiative: 17.892 Personen ließen sich ihre Ausreise mit einer Grenzübertrittsbescheinigung bestätigen. Rund 9.300 von ihnen nahmen dafür Fördermittel des Bundes in Anspruch.

Zur Jahresmitte hielten sich dennoch knapp 259.000 ausreisepflichtige Ausländer in Deutschland auf. 77 Prozent verfügten über eine Duldung, weil ihre Abschiebung vorübergehend nicht möglich war. Etwas mehr als 60 Prozent aller Ausreisepflichtigen waren abgelehnte Asylbewerber.

Auch nachdem die Bundespolizei einen Abschiebungsfall übernommen hatte, kam es weiterhin zu Abbrüchen. Von 734 gescheiterten Rückführungen in dieser Phase gingen 130 auf Widerstandshandlungen zurück, in 56 Fällen bestanden medizinische Bedenken.

Piloten verweigern häufiger die Beförderung

Ein weiteres Hindernis sind Piloten von Linienmaschinen. Im ersten Halbjahr weigerten sie sich in 280 Fällen, einen zur Abschiebung vorgesehenen Passagier mitzunehmen. Im gesamten Jahr 2025 waren 514 solcher Fälle registriert worden. Warum die Piloten die Beförderung ablehnten, erfasst die Bundesregierung nicht.

Bei 786 abgeschobenen Personen setzte die Bundespolizei zudem körperliche Zwangsmittel wie Fesselungen oder Fixierungen ein. Besonders häufig geschah dies bei Rückführungen nach Algerien, Marokko und Nigeria.

Auf der anderen Seite verhängte die Bundespolizei in 867 Fällen Zwangsgelder gegen Fluggesellschaften, weil sie Personen ohne gültigen Aufenthaltstitel oder Pass nach Deutschland gebracht hatten. Die Forderungen summierten sich im ersten Halbjahr auf rund 1,46 Millionen Euro. (rr)

Oft scheitert die Abschiebung von Migranten aus Deutschland. Wo es klappt, wird es dafür schnell sehr teuer. Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa
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