Anzeige
Anzeige

Klima-Hysterie: Nach der Hitze-Panik kommt die Angst vor der Abkühlung

Klima-Hysterie: Nach der Hitze-Panik kommt die Angst vor der Abkühlung

Klima-Hysterie: Nach der Hitze-Panik kommt die Angst vor der Abkühlung

Die Hitze ist vorbei - jetzt kommen niergiere Temperaturen. Doch auch das sorgt in Medien für Sorge. Fotos Imago (2) / IMAGO / Wolfgang Maria Weber / Markus Tischler
Die Hitze ist vorbei - jetzt kommen niergiere Temperaturen. Doch auch das sorgt in Medien für Sorge. Fotos Imago (2) / IMAGO / Wolfgang Maria Weber / Markus Tischler
Die Hitze ist vorbei – jetzt kommen niergiere Temperaturen. Doch auch das sorgt in Medien für Sorge. Fotos Imago (2) / IMAGO / Wolfgang Maria Weber / Markus Tischler
Klima-Hysterie
 

Nach der Hitze-Panik kommt die Angst vor der Abkühlung

Deutschland kann offenbar kein Wetter mehr haben, ohne dass daraus eine Warnlage wird. Kaum ist die Hitze-Welle vorbei, entdecken Medien schon das nächste „Extrem“.
Anzeige

Eben noch war es zu heiß, nun wird es kälter. Aber auch das ist schon wieder ganz schlimm. „Kühlere Temperaturen stellen Deutschland vor ein neues Problem“, titelte der Stern in seiner Onlineausgabe. Nach Tagen mit mehr als 36 Grad sei die Abkühlung zwar angenehm. Doch wegen der anhaltenden Trockenheit könnten nun Staubstürme drohen.

Das Magazin steht mit dieser Dramaturgie nicht allein. Die Frankfurter Rundschau kündigt unter der Überschrift „Erst Gluthitze, dann das nächste Extrem“ an, was Deutschland nach dem Wetterwechsel erwarte.

Nach einem „Hitzedom“ und Temperaturen nahe 40 Grad komme nun zwar die ersehnte Abkühlung. Doch wer auf Erleichterung hoffe, müsse sich auf ein Wetterphänomen einstellen, das eher aus Wüstengebieten bekannt sei. Auch der Münchner Merkur zieht die Panikschraube weiter an: „Die Kaltfront kracht über Deutschland – und der ausgedörrte Boden macht sie zur Gefahr.“ Aus dem Ende einer sommerlichen Hitzephase wird binnen weniger Tage die nächste bedrohliche Wettergeschichte.

Der frische Wind bringt frische Angst

Dabei ist der meteorologische Hintergrund deutlich nüchterner. Deutschlands Böden sind nach einem trockenen Frühjahr vielerorts stark ausgetrocknet. Trifft kräftiger Wind auf lockere Erde, kann Staub aufgewirbelt werden. Im Extremfall können solche Staubwolken die Sicht behindern und fruchtbaren Oberboden abtragen. Verursacht wird es aber nicht durch sinkende Temperaturen. Der US-Wetterdienst NOAA nennt für die Entstehung von Staubstürmen vor allem starke Winde und trockene, lockere Böden mit wenig Vegetation. Der Wind nimmt dabei Staub und Sand vom Boden auf und trägt ihn in die Atmosphäre. Die Temperatur spielt für diesen Mechanismus keine entscheidende Rolle.

In Deutschland fallen derzeit lediglich zwei Entwicklungen zusammen: Mit einer Kaltfront strömt kühlere Luft ein, zugleich frischt der Wind auf. Dieser Wind trifft auf Böden, die bereits zuvor ausgetrocknet waren. Nicht die Abkühlung erzeugt also die Staubgefahr. Sie ist nur Teil desselben Wetterwechsels, der auch stärkeren Wind mit sich bringt.

Nach der Hitze schon der nächste Alarm

Das Muster ist inzwischen vertraut. Steigt das Thermometer stark, dominieren „Hitzedom“, „Gluthitze“ und Gesundheitswarnungen die Schlagzeilen. Fällt es wenige Tage später wieder auf zu kalte sommerliche Werte, dauert es nicht lange, bis auch der Wetterumschwung zum Ausgangspunkt des nächsten Extrem-Szenarios wird.

Die tatsächliche Trockenheit bietet dafür genügend Material. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung weist für Teile Deutschlands erhebliche Defizite bei der Bodenfeuchte aus. Ein trockenes Frühjahr bedeutet nach Einschätzung der Forscher allerdings nicht automatisch, dass auch der weitere Sommer außergewöhnlich trocken verlaufen muss. Schon durchschnittliche Niederschläge können die Situation wieder entschärfen.

Solche Zurückhaltung passt aber schlecht zur medialen Dauererregung. Dort folgt auf die Hitze-Panik inzwischen nahtlos die Angst vor der Abkühlung. Das Wetter ändert sich – der Alarmmodus bleibt stabil.

Die Hitze ist vorbei – jetzt kommen niergiere Temperaturen. Doch auch das sorgt in Medien für Sorge. Fotos Imago (2) / IMAGO / Wolfgang Maria Weber / Markus Tischler
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles