Ideengeber für den Titel des „Reschke Fernsehens“ ist Alexander Gauland. Dieser entgegnete der NDR-Moderatorin Anja Reschke, dass er den sogenannten Haltungsjournalismus der öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht Propaganda nenne, sondern „Reschke Fernsehen“. Das war 2016 bei „hart aber fair“ und muss nachhaltig Eindruck hinterlassen haben. Aus diesem Grund wählte der NDR „Reschke Fernsehen“ als Titel, als die Sendung sieben Jahre später startete. Das soll vermutlich ein subtiles Zeichen sein, dass die Journalistin einen erbitterten Kampf gegen die AfD führt.
Diese Woche erschien eine neue Episode der Haltungs-Show, bei der es um NGOs und deren Förderung durch Steuergeld geht. Am Pranger steht die Familienministerin Karin Prien (CDU), die die üppige Ausschüttung von Steuergeld an NGOs kürzt und das umstrittene Programm „Demokratie leben!“ umbauen will. Dazu wird Prien zitiert, die feststellte, dass die Gelder vor allem zugunsten linker und linksliberaler Organisationen ausgeschüttet werden. Eigentlich ein längst überfälliger Befund, da „Demokratie leben!“ kaum Programme für die Prävention gegen Linksextremismus anbietet. Unzählige Programme haben sich dem „Kampf gegen Rechts“ verschrieben und dienten über Jahre hinweg als sprudelnde Einnahmequelle für Linke jeglicher Couleur.
Prien lässt die staatliche Förderung für 200 Projekte zum Jahresende auslaufen. Die Ministerin erklärte dazu, dass sich die betroffenen Organisationen neu bewerben könnten. Das sorgt für Empörung bei den linken Organisationen, weshalb Betroffene in „Reschke Fernsehen“ ihren Unmut äußern. Eine Vertreterin der NGO „Demokratie mobilisieren im Osten“ beklagt, dass die Kürzungen zeigen, dass ihrer Arbeit wenig Wertschätzung entgegengebracht werde. Leider macht Reschke nicht transparent, dass es sich bei der Dame um eine Kommunalpolitikerin von „Die Linke“ in Stendal handelt.
Reschke wettert gegen Kürzungen für linke NGOs
Reschke nennt Alice Weidel verächtlich eine „Eiskönigin“, weil diese sich für die Abschaffung der Ausschüttung von Millionen Euro Steuergeld an die NGOs einsetzt. Das mag aus der Perspektive des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein Unding sein, wenn bei den NGO-Millionen gekürzt wird. Schließlich pressen die Anstalten jährlich mehr als zehn Milliarden Euro vom Bürger ab – was sind da schon die paar NGO-Milliönchen?

„Auch uns wurde berichtet, wer sich einsetzt, muss damit rechnen, bedroht und eingeschüchtert zu werden“, erklärt Reschke. Konkrete Beispiele nennt sie nicht. Allerdings wären diese Vorfälle überaus interessant, selbst wenn Reschke diese in anonymisierter Form bringen würde.
In diesem Zusammenhang wäre es wichtig, über die linksterroristische Sabotage, wie den Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026, zu sprechen (JF berichtete). Oder die jüngsten gewalttätigen Übergriffe gegen Journalisten in Erfurt (JF berichtete). Denn diese Beispiele zeigen, dass die jahrelange einseitige Fokussierung auf Rechtsextremismus zu kurz greift.
Reschke poltert, dass NGOs vor allem Kleinstinitiativen seien, die sich mit viel Mühe ein Flipchart zusammengespart hätten. Auch dieser Anwurf ist mehr als schwammig, da das Steuergeld auf sehr fragwürdigen Pfaden im NGO-Sumpf versickert. So unterstützte die mit Steuermillionen geförderte Amadeu Antonio Stiftung ein Porno-Projekt an einer sächsischen Schule, bei dem Schulkindern explizites Material vorgeführt wurde (JF berichtete).
Reschke hat ihren Lieblingsfeind
Auch die Zensur-NGO „HateAid“ ist kein kleiner Fisch. Zuletzt wurde der Steuergeld-Segen gekürzt, weshalb 600.000 Euro wegfallen. Zudem muss bei „HateAid“ der Status der Gemeinnützigkeit infrage dringend gestellt werden, wenn ausschließlich Promis oder linke Aktivisten als Klienten bedient werden.
Die Redaktion hat herausgefunden, dass die AfD eine Stelle für einen „Wissenschaftlichen Referenten im Bereich NGO-Aufklärung“ ausgeschrieben hat. Für Reschkes Hasstirade reicht es aus, dazu einen Screenshot der AfD-Website einzublenden. Eine Anfrage der Reschke-Redaktion an die AfD, ob die Stelle besetzt wurde und um was es im Einzelnen geht, gab es nicht.
Gefühlt in jeder zweiten Ausgabe von „Reschke Fernsehen“ wird gegen Julian Reichelt und Nius ausgeteilt. So auch in dieser Folge, weshalb zwei Überschriften zu NGO-Recherchen gezeigt werden. Die Inhalte dieser Nius-Beiträge werden nicht aufgegriffen. Reschke geht es darum, Reichelt als gefährlichen Rechtspopulisten zu framen, der Kampagnen gegen die Steuerfinanzierung der NGOs initiiere. Ein Unding für die Moderatorin, wenn Journalisten fragwürdige NGO-Geflechte ausleuchten.

Reschke erklärt ihren Zuschauern, dass die Forderung nach Transparenz und Überprüfung der steuerfinanzierten NGOs ein Angriff auf die Zivilgesellschaft sei. Und das gefährde die Demokratie. Dazu erläutert die Politikwissenschaftlerin Sabine Achour: „Wir kennen das aus allen autoritären Staaten, dass man versucht, die Zivilgesellschaft als Erstes mundtot zu machen, wenn es darum geht, autoritäre Strukturen aufzubauen. Und Widerstand eben auch einzuschränken.“ Diese Aussage würde ebenso funktionieren, würde man diese in eine Sendung einbauen, in der die inflationäre Anzeigenflut Thema ist, wenn Politiker Bürger wegen Memes belangen wollen.
Haltungsfernsehen scheitert
Gegen Ende greift Reschke in die Trickkiste: Die Veränderungen in einer Gesellschaft passieren schleichend, resümiert sie. „Was früher mal Mitte war, ist plötzlich links.“ Doch anstatt Beispiele für verschobene Meinungswelten anzuführen, verweist sie auf die Farbe ihres Kleides. Das war zu Beginn der Sendung grellpink, später trage sie ein grelloranges Kleid, und das sei bestimmt nicht aufgefallen. „Denken Sie da mal drüber nach,“ raunt sie den Zuschauern mahnend zu. Vermutlich soll die tiefere Botschaft dieser Showeinlage andeuten, dass sich Reschke als eine Frau der politischen Mitte verortet, aber sie vielfach als linke Propagandistin wahrgenommen wird.
Das „Reschke Fernsehen“ ist ein Beleg in Serie, dass ebenfalls massives Einspar-Potential bei der ARD besteht. Insbesondere, wenn Reschke angetreten ist, um mit ihrer Show die AfD kleinzukriegen. Die aktuellen Umfragewerte zeigen das Gegenteil.
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Katharina Schmieder ist freie Journalistin. Auf ihren Accounts „Critical Cat“ auf X und YouTube kritisiert sie den öffentlichen Rundfunk für seine Fehler und Transparenzmängel. Vorher arbeitete sie fast drei Jahre für den SWR.





