BERLIN. Die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi, hat ein neues „Hitze-Ausfallgeld“ gefordert. „In extremen Fällen wird zukünftig witterungsbedingter Arbeitsausfall nicht ausbleiben“, sagte die DGB-Chefin in einer Mitteilung des Bundes. „Daher ist der Gesetzgeber aufgefordert, hierfür Regelungen zu finden, die ein Ausfallgeld für Beschäftigte und Arbeitgeber zukünftig solidarisch sichern.“
Fahimi warnte vor Arbeitsausfällen, Produktionseinbrüchen und Unfällen. Jeder Tag mit hohen Temperaturen koste die Wirtschaft 431 Millionen Euro. „Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein.“ Um dem entgegenzuwirken, sei mehr Hitzeschutz nötig.
Laut einer DGB-Umfrage seien besonders Beschäftigte, die draußen arbeiten, unter extremem Zeitdruck stehen oder sehr schwer körperlich arbeiten, von einem „Hitzestress“ betroffen. Fahimi hob unter anderem Pflegekräfte, Paketzusteller oder Einsatzkräfte hervor. Insgesamt seien laut der Umfrage 48 Prozent der Arbeiter mit Zeitdruck von Hitzebelastungen betroffen. „Bei körperlich schwerer Arbeit steigt die Belastungsquote auf 54 Prozent, gegenüber 26 Prozent ohne körperliche Belastung. Beschäftigte, die täglich mehr als 6 Stunden im Freien arbeiten, sind zu knapp 60 Prozent stark belastet.“
Lauterbach fordert globalen Gesundheitsnotstand wegen Hitze
Bereits im Mai forderte der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen globalen Gesundheitsnotstand (JF berichtete). „Klimawandel müsste eigentlich schon lange ganz oben auf der Agenda der WHO stehen“, sagte Lauterbach, der in der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingesetzten „Paneuropäischen Kommission Klima und Gesundheit“ sitzt.
Eine derartige Einstufung gab der Bundesregierung ab 2020 Anlass, die restriktiven Corona-Maßnahmen inklusive Lockdowns zu beschließen. „Die Dimension der Gesundheitsgefahr, die vom Klimawandel ausgeht, ist weit jenseits derer, die von den meisten Pandemien droht.“ Daher ergebe es „keinen Sinn mehr, die Definition eines Gesundheitsnotfalls auf eine Pandemie zu begrenzen“, mahnte Lauterbach. (mas)






