CHEMNITZ. Der verurteilte Rechtsextremist Marla-Svenja Liebich ist nach seiner Auslieferung nach Deutschland in eine Männerhaftanstalt verlegt worden. Zunächst war Liebich in das Frauengefängnis Chemnitz gebracht worden (die JF berichtete).
Noch am selben Tag entschied die Anstaltsleitung jedoch, ihn in die Justizvollzugsanstalt Zeithain im Landkreis Meißen zu überstellen.
Das teilte das sächsische Justizministerium mit. Grundlage der Entscheidung seien unter anderem ein Gespräch mit Liebich und eine Untersuchung gewesen. In der Abwägung sei es auch um die Sicherheit der Frauen im Chemnitzer Justizvollzug gegangen. Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) begrüßte den Schritt. „Gut, dass die JVA schnell Klarheit geschaffen und sich nicht auf Inszenierungen eingelassen hat“, sagte sie.
Liebich in Tschechien gefasst
Liebich war 2023 vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einem Jahr und sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Die Strafe sollte er ursprünglich im August 2025 antreten. Stattdessen floh er und wurde im April in Tschechien gefasst.
In der Zwischenzeit hatte Liebich seinen Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich ändern und den Vornamen Marla-Svenja eintragen lassen. Kritiker sehen darin einen Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Der Saalekreis geht juristisch gegen die Änderung vor. (rr)





