HALLE/SCHWERIN. Der linksextreme Verein „Campact“ hat inzwischen rund drei Millionen Euro für den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gesammelt. „Mit dem NoAfD-Fonds kontern wir jeden Euro der Rechtsextremen“, schreibt die Organisation auf ihrer Internetseite.
Der Spendenaufruf begann im Oktober 2025. Bereits als die 2,5 Millionen Euro erreicht wurden, meldete „Campact“, dass sich über 60.000 Spender an der Aktion beteiligt hatten. Mit der Hälfte des Geldes wolle die Nichtregierungsorganisation (NGO) „Vereine und Initiativen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus und für Demokratie einsetzen“, unterstützen. Darunter fallen Haus- und Hoftürgespräche, Demos, Infostände auf Marktplätzen, Konzerte, Jugendtreffs, Kampagnen in den sozialen Medien, Austauschformate von und mit Migranten, Sommerfeste in ländlichen Regionen und Gratis-Magazine für Schüler.
„Die übrigen 50 Prozent nutzt ‚Campact‘ für eigene Kampagnen, um die Demokratie zu stärken.“ Ziel sei es, den „Machtgewinn der AfD“ zu verhindern. Um das zu erreichen, sollen die Unterstützer ihren „Freund*innen, Verwandten und Arbeitskolleg*innen vom NoAfD-Fonds“ erzählen.
„Campact“ setzt mehrere Millionen gegen Rechtsextremismus ein
Allein im Jahr 2024 gab „Campact“ rund zehn Millionen Euro gegen „Rechtsextremismus“ aus, heißt es in seinem Transparenzbericht. Hinzu kamen knapp zwei Millionen Euro der „Demokratie-Stiftung Campact“.
Bekannt ist der Verein für Aktionen wie etwa den Aufruf, in Geschäften Produkte der Marke „Müller“ mit Stickern zu markieren (JF berichtete). Ziel sei es, gegen den Firmengründer Theo Müller vorzugehen und die Kunden „über seine AfD-Verbindung aufzuklären“, schrieb die Organisation in einem Schreiben. Die „Campact“-Gruppe unterstützt finanziell aber auch andere Vereine, die sich klar gegen die AfD positionieren. Darunter auch die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die im Juni mit einem Gutachten die vermeintliche Verfassungswidrigkeit der Partei von Alice Weidel und Tino Chrupalla belegt haben will.
Zudem trat Campacts Interessenvertreterin, Annika Liebert, nach den Demonstrationen gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt auf der Pressekonferenz des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“ auf (JF berichtete). Sie saß neben dem Sprecher von „Widersetzen“, Noa Sanders, und nannte sich Niki Leipold.
AfD steht vor möglicher Alleinregierung
In Sachsen-Anhalt findet die Landtagswahl am 6. September statt. Die AfD steht laut Umfragen derzeit bei 41 Prozent und könnte je nachdem, ob die SPD die Fünf-Prozent-Hürde schafft, bereits mit diesem Wert eine Alleinregierung stellen. Am Samstag stellte der Ministerpräsidentenkandidat Ulrich Siegmund auf dem Parteitag in Magdeburg die zehn Punkte vor, die der Landesverband im Falle einer Regierung innerhalb der ersten Tage umsetzen wolle (JF berichtete).

Zwei Wochen später wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag. Laut Umfrage kommt die AfD auf 36 Prozent. Sofern die Grünen nicht die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, könnte nur die Koalition aus SPD, Linkspartei und CDU eine Regierungsteilhabe der Partei verhindern. (mas)





