LOS ANGELES. Der Gitarrist der Musikgruppe „Tokio Hotel“, Tom Kaulitz, hat sich entsetzt über den wachsenden Zuspruch für die AfD in Sachsen-Anhalt gezeigt. „Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt finde ich natürlich kritisch und es ist nicht schön zu sehen“, sagte der Multimillionär im Gespräch mit „MagentaTV“ am Dienstag. „Die AfD ist da extrem stark, und das macht mich traurig.“
In dem Bundesland liegt die AfD derzeit mit großem Abstand vorn. Eine Insa-Umfrage sah die Partei Anfang des Monats bei 42 Prozent. Die CDU kam auf 24 Prozent, das BSW auf vier Prozent (JF berichtete). „Es ist total schade und besorgniserregend“, bedauerte Kaulitz. Gegen diese Entwicklung versuche der 36jährige, sich „hier und da einzusetzen“.
Der Musiker, der in der Nähe der Landeshauptstadt Magdeburg groß geworden ist, habe „schon ganz früh“ seine Rebellenphase ausgelebt und gemeinsam mit Punks für linke Anliegen demonstriert. „Wir haben viel Erfahrung mit rechts gemacht, auch mit extrem rechts, und hatten als Kinder unsere Erfahrungen.“ Auch mit Rechtsradikalen habe er Erlebnisse gehabt. Heute lebt er in Los Angeles.
Kaulitz sieht nicht nur in Deutschland ein Problem
Gleichzeitig beobachte Kaulitz das Weltgeschehen und erkenne, dass Deutschland nicht das einzige Land sei, in dem rechte Positionen an Zuspruch gewinnen. „Wir haben hier in Amerika mit Donald Trump einen Präsidenten, den wir sehr kritisch sehen.“ Die globale Entwicklung mache ihm Sorgen. „In dem Moment bin ich da im Prinzip wie jeder andere auch – lieg abends im Bett und mach mir über solche Dinge Gedanken.“

Der Musiker versuche trotz dieser Belastung, positiv zu bleiben und die Menschen auf andere Gedanken zu bringen. „Wir wissen, wir sind keine Politiker, aber wir können unseren Teil dazu beitragen, indem wir vielleicht vorangehen mit guten Werten, mit Liebe, mit Spaß und Freude.“ Mit seiner Rolle als Entertainer wolle er Leichtigkeit versprühen. (mas)





