WIEN. Ein 12jähriger Syrer hat vor dem Wochenende in einem Wiener Park drei Jugendliche mit einem Messer attackiert und zum Teil schwer verletzt. Weil der Tatverdächtige in Österreich wegen seines Alters aber nicht strafmündig ist, wurde er nach der Befragung durch die Polizei seiner Familie übergeben.
Auslöser des Streits soll eine Online-Bekanntschaft gewesen sein. Der Zwölfjährige hatte nach Angaben österreichischer Medien über soziale Netzwerke ein Mädchen kennengelernt und sich mit ihr verabredet.
Zu dem Treffen kamen jedoch auch drei Jugendliche im Alter von 14, 15 und 16 Jahren, darunter ein Bruder des Mädchens. Sie wollten den Zwölfjährigen wegen der „Ehre“ des Mädchens zur Rede stellen. Daraufhin soll dieser ein Taschenmesser gezogen und zugestochen haben. Der 15jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen im Brustbereich und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Inzwischen befindet er sich nicht mehr in kritischem Zustand. Auch die beiden anderen Jugendlichen wurden schwer verletzt und kamen in Kliniken.
Ministerin will nach Syrer-Tat reden
Der Syrer floh zunächst vom Tatort. Die Polizei konnte ihn wenig später in der Nähe des Parks stellen. Auch das Messer, das er auf der Flucht weggeworfen haben soll, wurde gefunden. Eine strafrechtliche Verfolgung ist nicht möglich. In Österreich beginnt die Strafmündigkeit erst mit 14 Jahren. Der Zwölfjährige durfte deshalb nach Hause.
Österreichs Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) nahm den Fall zum Anlass, eine erneute Debatte über die Strafmündigkeit zu fordern: „Wenn 12jährige rauben, vergewaltigen oder auf andere mit Messern einstechen, dann muss man etwas dagegen tun“, sagte sie gegenüber der Gratiszeitung Heute.
Kinder gehörten erzogen, betonte Bauer, „aber wenn Erziehung gescheitert ist, dann muss es andere Mittel geben.“ Es sei eine „fatale Message an Gewalttäter“, wenn Opfer ins Krankenhaus geflogen werden müssten und die Täter unbehelligt zur Mutter nach Hause dürften. (rr)






