LONDON. Wegen der Festnahme des Drehbuchautors Graham Linehan nach transkritischen Äußerungen (JF berichtete) hat die Londoner Polizei ihm eine Entschädigung von 25.000 Pfund zugesprochen. „Eine Untersuchung ergab Mängel sowohl bei den Ermittlungen als auch bei der Festnahme und der Auferlegung von Auflagen für die Freilassung gegen Kaution“, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Dafür sowie für die dadurch entstandenen „Leiden und Unannehmlichkeiten“ bitte sie um Entschuldigung.
Im vergangenen September hatten fünf bewaffnete Polizisten den irischen Sitcommacher wegen „Anstiftung zur Gewalt“ festgenommen. Ihm zufolge sollen mehrere Beiträge auf dem Kurznachrichtendienst X der Grund dafür gewesen sein. „Ein Foto, das man riechen kann“, hatte er im April über einen LGBT-Protest vor seinem Fenster geschrieben. Zudem schrieb er über sich als Frauen ausgebende Männer, die Frauenbereiche betreten, dass sie „gewalttätig und missbräuchlich“ handeln würden: „Macht also Drama, ruft die Bullen an und wenn alles andere versagt, tretet ihnen in die Eier.“ Laut Linehan soll eine der Bedingungen für die Freilassung gewesen sein, keine Beiträge mehr auf X zu verfassen.
A photo you can smell pic.twitter.com/uWB2fCqQ6i
— Graham Linehan (@Glinner) April 19, 2025
Hinzu kam ein weiterer Prozess wegen angeblicher Nötigung eines selbsternannten Transaktivisten und Sachbeschädigung. Im Oktober 2024 hatte ein damals 17jähriger, der sich „Sophia Brooks“ nennt, Gesichter der Teilnehmer der genderkritischen Debattenveranstaltung „Battle of Ideas“ gegen deren Willen mit einem Handy aufgenommen. Als er Linehan konfrontieren wollte, versuchte dieser, ihm sein Handy aus der Hand zu reißen, und fing selbst an, Aufnahmen seines Gegenübers aufzuzeichnen. Inzwischen sprachen die britischen Gerichte den Iren von allen Vorwürfen frei.
Linehan kritisierte mehrfach die Trans-Bewegung
Seine Bekanntheit hatte Linehan als Autor von Sitcoms wie „Father Ted“, „Black Books“ und „The IT Crowd“ für den Sender Channel 4 erlangt. Letztere Serie bekam in Deutschland einen Ableger namens „Das iTeam – die Jungs an der Maus“. In einer Folge des Originalformats macht ein Protagonist Schluss mit einer Transfrau, nachdem sie ihm ihre Vergangenheit offenbarte. 2020 entfernte Channel 4 die Folge aus der Mediathek, weil diese als transfeindlich kritisiert worden war.
Wiederholt kritisierte Linehan die Methoden der Trans-Bewegung. „Sie verstehen nicht, welchen Schaden sie mit so manchen entsetzlichen Behauptungen machen“, hatte er 2019 der Tageszeitung The Irish Times gesagt.
Zwar sei es „natürlich schön“, wenn Transsexuelle endlich anerkannt würden, er betonte aber, skeptisch gegenüber „einer frühen Bestärkung“ in der Transsexualität zu sein. „Verwirrten Kindern, die sich vielleicht jede Sekunde in ihrer eigenen Haut unwohl fühlen, zu sagen, dass sie im falschen Körper gefangen sind – das ist obszön. Als würde man magersüchtigen Kindern sagen, sie bräuchten eine Fettabsaugung.“ (kuk)






