BERLIN. Der Sprecher des linksextremen Bündnisses „Widersetzen“, Noa Sander, hat der Presse eine gezielte Hetz- und Diffamierungskampagne unterstellt. „Wir sind damit kein Einzelfall – es ist ihr Geschäftsmodell“, sagte Sander am Mittwoch dem Freitag. Vor allem Reporter von „Apollo News“, die auf der Demonstration des Bündnisses angegriffen wurden (JF berichtete), seien „rechte Provokateure, die gezielt Hetze betreiben, immer wieder Kampagnen gegen Einzelpersonen fahren und damit dafür sorgen, dass diese Morddrohungen erhalten und unter enormen psychischen Druck geraten“.
Die sogenannte Hetze „führt immer wieder zu Gewalt“. Auch ein Redakteur der JUNGEN FREIHEIT wurde im Beisein des „Widersetzen“-Sprechers Suraj Mailitafi von Demo-Teilnehmern ins Gesicht geschlagen und seines Handys beraubt. Ob Sander derartige körperliche Angriffe auf Journalisten ablehne, beantwortete der Sprecher des linksextremen Bündnisses nicht.
Stattdessen habe „Widersetzen“ vor dem Parteitag unter anderem in Aktions- und Pressetrainings appelliert, dass „Medien wie Bild, JUNGE FREIHEIT, ‚Apollo News‘, ‚Nius‘, Compact sowie rechten Streamern keine Interviews“ gegeben werden sollen. „Sie sollen ignoriert und – ohne zu eskalieren – weggeschickt werden.“
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SPD trage Verantwortung für gelungenen AfD-Parteitag
Sander wies darauf hin, dass „der Beginn des Parteitages nicht verhindert werden“ konnte. Die Verantwortung dafür, dass die AfD zusammenkam, liege aber nicht bei dem Bündnis. „Die politische Verantwortung dafür, dass dieser Parteitag stattfinden konnte, liegt am Ende bei dem SPD-geführten Innenministerium in Thüringen und bei der Polizei.“ Diese hätten mit massivem Ressourceneinsatz „gezielt darauf hingearbeitet und entsprechende Absprachen getroffen“.
„Widersetzen“ wolle nicht nur „die AfD daran hindern, weiter an Einfluss zu gewinnen“, sondern auch verhindern, „dass die regierenden Parteien ihre Politik übernehmen“. Das Bündnis müsse selbst aktiv werden, weil die anderen Parteien „ja aktuell im Kampf gegen den Faschismus“ versagen würden.
Faschisten hätten sich wegen „Widersetzen“-Blockaden verkrochen
Die AfD dürfe es nicht geben und sie habe kein Recht, sich zu treffen und in Parlamenten zu sein. „Faschisten dürfen in dieser Gesellschaft keinen Raum bekommen. Wo sie Bühnen erhalten und ungehindert auftreten können, verbreitet sich ihre Hetze und Ideologie, und daraus entsteht Gewalt.“
Mit Blockaden bestehe die Möglichkeit, Parteitage zu verhindern. „Das ist unser Ziel und bleibt auch unser Ziel.“ Ob man dafür „das nächste Mal zeitiger aufstehen“ müsse, werde das linksextreme Bündnis „sicherlich diskutieren“.

Dafür habe „Widersetzen“ am vergangenen Wochenende „klargemacht, dass wir diese Partei niemals tolerieren werden, dass wir faschistische Positionen nicht akzeptieren werden und dass wir verhindern werden, dass die AfD an die Macht kommt“. Währenddessen hätten „sich im Ergebnis dann ein paar Faschisten in der Messehalle“ verkrochen. (mas)





