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Nach Morden: Behörden verneinten Fluchtgefahr: Fluchtfahrerin von Stade ist untergetaucht

Nach Morden: Behörden verneinten Fluchtgefahr: Fluchtfahrerin von Stade ist untergetaucht

Nach Morden: Behörden verneinten Fluchtgefahr: Fluchtfahrerin von Stade ist untergetaucht

Spezialisten des LKA Niedersachsen sind am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung in Stade, eingetroffen. Die Ermittler sind jetzt beschäftigt, weitere umfangreiche Tatortaufnahmen und -vermessungen durchzuführen. In der Einrichtung waren gestern mehrere Menschen durch Schüsse gestorben.
Spezialisten des LKA Niedersachsen sind am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung in Stade, eingetroffen. Die Ermittler sind jetzt beschäftigt, weitere umfangreiche Tatortaufnahmen und -vermessungen durchzuführen. In der Einrichtung waren gestern mehrere Menschen durch Schüsse gestorben.
Polizeibeamte am Tatort in Stade: Fluchtfahrerin ist anscheinend untergetaucht. Foto: picture alliance/dpa | Kai Moorschlatt
Nach Morden
 

Behörden verneinten Fluchtgefahr: Fluchtfahrerin von Stade ist untergetaucht

In Stade hilft eine NGO-Mitarbeiterin einem Sechsfachmörder bei der Flucht, wird festgenommen – und wegen fehlender Fluchtgefahr wieder freigelassen. Jetzt ist sie auf der Flucht.
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STADE. Die mutmaßliche Fluchtfahrerin von Stade, Sylvia S., ist anscheinend untergetaucht. Die 65jährige, die die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku ist, war laut der Hamburger Morgenpost weder für Medienanfragen zu erreichen noch an ihrem Wohnort anzutreffen. Auch an ihrem Arbeitsplatz, dem „Verband binationaler Familien und Partnerschaften“ in Bremen, sei sie seit mehreren Tagen nicht erschienen.

Am 29. Juni hatte der türkische Staatsbürger Fatih Khan G. in der Einrichtung, in der sein drei Monate altes Kind und dessen Mutter untergebracht sind, um sich geschossen und sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe und des Jugendamts getötet (JF berichtete).

Bereits kurz nach der Geburt musste das Baby zunächst in der Medizinischen Hochschule Hannover und später in einem Kinderkrankenhaus wegen eines Schütteltraumas behandelt werden. Der Vater steht seitdem im Verdacht, das Kind misshandelt zu haben.

Ärzte beschrieben Fatih Khan G. als aggressiv

Sylvia S., die dem Schützen bei der Flucht half, hatte sich schon vorher für ihn eingesetzt. In einem 20-seitigen Brief unter anderem an die Hannoversche Allgemeine Zeitung habe sie den Mann gegen die Vorwürfe in Schutz genommen. Wie das Medium berichtet, behauptet sie darin, der Vater sei im Halbschlaf mit seinem Kopf gegen den des Kindes gestoßen. Es habe sich nicht um eine Misshandlung, sondern um einen Unfall gehandelt.

Nachdem das Baby ins Krankenhaus gekommen war, soll der Vater und spätere Schütze sogar versucht haben, eine Notoperation des Kindes per Polizeieinsatz zu verhindern. Die Ärzte erstatteten daraufhin Anzeige gegen ihn wegen aggressiven Verhaltens. Schließlich kam das Kind in die Obhut des Jugendamtes. Ein Familiengericht erlaubte später die Rückkehr zur Mutter, allerdings nur in die Kinderhilfseinrichtung in Stade und nicht nach Hannover.

Stade-Mörder soll seine Tochter sexuell missbraucht haben

Die nun offenbar untergetauchte S. wurde zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen, dann aber wieder freigelassen. Es liegt kein Antrag auf Untersuchungshaft gegen sie vor. Laut dem Spiegel und der Hamburger Morgenpost habe G. sie mit vorgehaltener Pistole gezwungen, zu fahren. Die Ermittler prüfen ihre Aussage noch. Der Fluchtwagen musste von der Polizei mit Schüssen gestoppt werden, anschließend wurden beide Fahrzeuginsassen festgenommen.

Gegen G. wurde inzwischen ein Haftbefehl wegen des Verdachts des sechsfachen Mordes erlassen.

Kurz nach der Tat hatte die Bild-Zeitung berichtet, dass gegen den Türken in seinem Heimatland wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs seiner Tochter aus einer früheren Beziehung ermittelt werde. Zuvor soll er sich wegen einer anderen Straftat in Untersuchungshaft befunden haben und 2021 aus dem Gefängnis geflohen sein. Ein Halbbruder des Tatverdächtigen sagte der Zeitung: „Seitdem er aus dem Gefängnis ausgebrochen ist, habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm. Ich bin schockiert von den Morden, die ihm vorgeworfen werden.“ (st/fh/ser)

Polizeibeamte am Tatort in Stade: Fluchtfahrerin ist anscheinend untergetaucht. Foto: picture alliance/dpa | Kai Moorschlatt
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